Seit die Bunte Koalition am Ruder ist, hat die Stadt Pfaffenhofen ihren jährlichen Etat für eigene Kulturveranstaltungen von etwa 82 Cent pro Bürger auf rund 3,30 Euro pro Kopf vervierfacht. Sprich: Aus den 20.000 Euro, die seinerzeit der frühere FW-Kulturreferent Hellmuth Inderwies unter Bürgermeister Hans Prechter (CSU) zur Verfügung hatte, sind inzwischen 80.000 Euro pro Jahr geworden. 55.000 Euro davon sind ein freier Etat, 25.000 Euro sind speziell für den Kultursommer.
 
Die Christsozialen haben die Aufstockung zwar mitgetragen, aber nur mit Murren: „In Zeiten, in denen man Kindergartengebühren erhöht, finde ich den Etat ziemlich hoch“, sagt CSU-Fraktionssprecher Thomas Röder. Kultur sei zwar eine Pflichtaufgabe der Stadt und für das Geld würde den Bürgen einiges geboten. Trotzdem, so Röder, müssten sich die Ausgabenmehrung in Grenzen halten. Bürgermeister Thomas Herker (SPD) findet hingegen, dass der Kulturetat mit 80.000 Euro beileibe nicht zu hoch sind: „Rund drei Euro pro Bürger für städtische Kulturveranstaltungen ist mit Sicherheit nicht üppig oder überzogen“, betont der Rathauschef. „Wir bewegen mit relativ wenig Geld viel im kulturellen Leben.“ Das verdanke die Stadt vor allem den Ehrenamtlichen, die sich ins Kulturleben einbringen.
 
Davon abgesehen, so Herker, gebe Pfaffenhofen mit 3,30 Euro pro Einwohner im Vergleich zu anderen Städten eher wenig fürs Kulturleben aus. Schrobenhausen investiert etwa fünf Euro, Dachau 8,20 Euro und Neuburg sogar über 26 Euro pro Kopf – alles über den Daumen gerechnet.
 
Das „wie viel“ war in der jüngsten Sitzung des Stadtrats aber gar nicht das Thema, sondern das „wie“: Nichtöffentlich wurde beschlossen, wie mit dem aufgestockten Etat für Kulturveranstaltungen umgegangen werden soll. Denn theoretisch könnte die Verwaltung bis zu 25.000 Euro frei verfügen und praktisch mussten bisher oft auch unerhebliche Ausgaben als Einzelfallentscheidung durch den Kulturausschuss. Stattdessen soll es nun klare Regeln geben.

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