Neue Freunde des Armeemuseums formieren sich
Ingolstadt (IN) Der Schlagabtausch um die Wanderausstellung "Was damals Recht war . . ." über die Kriegsjustiz der Nationalsozialisten wird vielen Beteiligten unvergessen bleiben. Die Schau im Neuen Schloss hatte energischen Widerstand der Freunde des Bayerischen Armeemuseums provoziert. Führende Mitglieder des Fördervereins sahen darin die Ehre der Wehrmachtssoldaten pauschal verunglimpft und luden zu einer umstrittenen Podiumsdiskussion, die Ende September stattfand. Die Reaktion kam umgehend: Unter dem Arbeitstitel "Neue Freunde des Armeemuseums" fand ein Initiativkreis zusammen, der dazu beitragen will, das Museum bei der notwendigen Neukonzeptionierung zu unterstützen. Er formiert sich jetzt.
Führende Mitglieder des Fördervereins sahen darin die Ehre der Wehrmachtssoldaten pauschal verunglimpft und luden zu einer umstrittenen Podiumsdiskussion, die Ende September stattfand. Die Reaktion kam umgehend: Unter dem Arbeitstitel "Neue Freunde des Armeemuseums" fand ein Initiativkreis zusammen, der dazu beitragen will, das Museum bei der notwendigen Neukonzeptionierung zu unterstützen. Er formiert sich jetzt.Treibende Kräfte der Initiative sind die Kunsthistorikerin Prof. Kerstin Merkel, die langjährige SPD-Stadträtin Gerda Büttner, der frühere Kanzler der Universität Eichstätt, Gottfried Freiherr von der Heydte, und der Historiker Lutz Tietmann.
Der konzeptionellen Neugestaltung des Armeemuseums ist die erste öffentliche Veranstaltung der Initiativgruppe gewidmet: Am Mittwoch, 25. April, spricht Ansgar Reiß, der Leiter des Bayerischen Armeemuseums, ab 19 Uhr im Hotel Ambassador an der Goethestraße über "Ideen – Konzepte – Perspektiven" seines Hauses. "Wir sind kein Verein“, sagt Kerstin Merkel, "wir wollen vielmehr ein Forum für einen kritischen Dialog bieten." Einen Dialog über die Rolle des Militärischen in Geschichte und Gesellschaft sowie über die Aufgaben eines Armeemuseums auf der Höhe der Zeit. Es gilt viel zu klären. Groß ist auch der Reformbedarf in dem 1972 eröffneten Museum, dessen Texttafeln teils noch mit der Maschine getippt wurden. "Ein Armeemuseum hat die Pflicht, die Geschichte des Militärs zu dokumentieren, es muss aber zudem alle kritischen Fragen behandeln.
Es sollte zum Beispiel das Faszinosum der Uniformen erläutern, aber auch zeigen, was es bedeutet, wenn eine Leiche drinsteckt." Tietmann hofft auf mehr soziale Aspekte, also "Geschichte von unten", wie sie sich in der vielgelobten Ausstellung über den Ersten Weltkrieg andeutete. Zudem gelte es zu zeigen, "welche Möglichkeiten es gibt, Menschen zum Töten zu verführen, und wie die Menschlichkeit in einem starren Befehlsgefüge abgespalten wird".
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Christian Silvester
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