Der Fall des Niederländers war juristisch hoch kompliziert und hatte die Beziehungen der beiden Nachbarländer immer wieder belastet. Faber und sein Bruder Piet hatten im Zweiten Weltkrieg mit den Deutschen kollaboriert und waren freiwillig der Waffen-SS beigetreten. Als Mitglieder eines gefürchteten Sicherheitsdienstes sollen sie 22 Widerstandskämpfer exekutiert haben. Piet Faber hatte die Mehrzahl der Taten auf seine Kappe genommen und war nach dem Krieg zum Tode verurteilt worden. Auch für Klaas Faber, der mindestens sechs Erschießungen eingeräumt hatte, gab es einen Schuldspruch, auch er sollte für die Morde sterben. Er wurde aber später begnadigt und sollte lebenslang hinter Gittern für seine Schuld büßen.

Unter spektakulären Umständen war ihm und anderen Häftlingen an Weihnachten 1952 die Flucht aus dem Gefängnis geglückt. Er entkam nach Deutschland. Zwar leitete das Landgericht in Düsseldorf zwei Jahre später ein Verfahren gegen ihn ein, nachdem die Niederlande die Auslieferung Fabers beantragt hatten, doch es endete mit der Einstellung – angeblich wegen fehlender Beweise. Eine Rückführung in sein Heimatland wurde bis zuletzt verweigert, da er inzwischen als Deutscher galt. Aktuell lief jedoch ein neuerliches Verfahren, nachdem die Staatsanwaltschaft Ingolstadt im Januar überraschend beantragt hatte, die Vollstreckung der lebenslangen Freiheitstrafe für zulässig zu erklären. Mit dem Tod Fabers ist das nun hinfällig.

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