Ingolstadt: Baustelle der Bildungslandschaft: Drei Experten diskutieren über das G8
Der zweite Jahrgang des G8 steht derzeit mitten im Abitur (hier im Reuchlin-Gymnasium), aber die Diskussionen gehen weiter.
Strisch
Das ergründen im DK-Gespräch Edith Philipp-Rasch, Leiterin des Reuchlin-Gymnasiums, Kerstin Merkel, Professorin für Kunstgeschichte und Vorsitzende des Elternbeirats des Katharinen-Gymnasiums sowie Werner Kundmüller, Lehrer am Scheiner-Gymnasium und stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands im Bezirk Oberbayern. Christian Silvester stellte die Fragen.
 
Hier drei Kernthesen:
 
  • Kerstin Merkel: "Wir Eltern sind sehr enttäuscht, dass die Klassen so groß bleiben. Wir bräuchten die Lehrer, um endlich die Qualität des Unterrichts mit kleineren Klassen zu erhöhen. Gegenüber den jungen Leuten und Lehrern ist das eine Todsünde! Man vertut eine historische Chance."
 
  • Edith Philipp-Rasch: "Ich finde nicht, dass die engagierten Schüler im G8 besonders leiden. Gerade die, die sich neben der Schule engagieren, entwickeln ein gutes Zeitmanagement und sind daher auch gut für das straffe Studium geeignet. In der Oberstufe geraten meiner Erfahrung nach vor allem die Schüler unter Druck, die durchschnittlich begabt sind, aber ihre Sache ordentlich machen wollen. Und es gibt immer noch die Sorte Schüler, die genug Zeit für Q-Partys oder ähnliches finden." #
 
  • Werner Kundmüller: "In zwei, drei Jahren wird es doppelt so viele Bewerber auf Lehrerstellen geben wie angestellt werden. Da sieht es verheerend aus! Mit dem G8, das war der Hintergedanke, konnte der Staat 1000 Lehrer einsparen, anstatt sie einzusetzen."

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