Die beiden hatten sich vor einigen Jahren kennengelernt, als der junge Mann ein Klient ihres Vorgesetzten war. Zwischen den beiden entwickelte sich eine Freundschaft, sagte sie während der Gerichtsverhandlung im Juni diesen Jahres. Als die Frau schließlich ihren Arbeitsplatz - eben ins Rathaus - wechselte, blieben sie in Kontakt.
 
Sie schrieben sich täglich mehrere Dutzend Kurznachrichten. Als die Rathaus-Mitarbeiterin allerdings einen neuen Freund kennen lernte, erklärte der 24-Jährige, er hätte Angst sie wegen dieser Beziehung zu verlieren. Die junge Frau beendete schließlich die Freundschaft, der 24-Jährige ließ sich jedoch nicht beirren und hielt weiterhin Kontakt.
 
Die 25-Jährige erwirkte schließlich eine Unterlassungsverfügung, der junge Mann durfte sich nicht mehr nähern und keinen Kontakt mehr aufnehmen. Da er gegen diese Auflagen verstieß, nahm ihn die Polizei im Sommer 2012 fest. Seitdem befand sich der 24-Jährige in psychiatrischer Behandlung in München. Ende Juli dieses Jahres endete das Gerichtsverfahren gegen ihn - neben der Nachstellung standen noch weitere Punkte in der Anklageschrift - mit einer Bewährungsstrafe über ein Jahr und acht Monate.
 
Ein behandelnder Psychiater sagte über den 24-Jährigen, er sei "hoch manipulativ". Der Staatsanwalt erklärte in seinem Plädoyer: "Für die Allgemeinheit und auch für Sie wäre es besser, wenn Sie sich in stationäre Behandlung begeben würden. Aber ich weiß, dass Sie das nicht wollen und rechtlich können wir es nicht erzwingen."
 
Eine Meldung, nach der der 24-jährige Mann zuletzt in der Danuvius-Klinik in Pfaffenhofen untergebracht war, dementiert Conny Köttner, die Assistentin der Geschäftsführung ebendort.