Die Zeitarbeitsfirmen Adecco und Tuja haben mit der IG Metall diese Woche eine Lösung gefunden: Kernpunkt ist eine Vereinbarung über eine so genannte Transfergesellschaft. Sie soll die Beschäftigten übernehmen und weiter qualifizieren. Darüber hinaus wurden begleitende Regelungen vereinbart. Einzelheiten sollen heute bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben werden.
"Harte Verhandlungen"

Die IG Metall hatte Anfang Februar erstmals das Gespräch mit Adecco und Tuja gesucht, da sie für die 800 Beschäftigten keine Chance mehr sah, an andere Unternehmen verliehen zu werden – die Automobilzulieferer hängen direkt von Audi ab, viele haben ebenfalls Kurzarbeit angemeldet. Und ein großer Teil der Arbeitnehmer, die über Entleihfirmen in Werken anderer Automobilhersteller beschäftigt waren, wurde bereits entlassen.

Jörg Schlagbauer, Mitglied des Betriebsrats und Chef der IG Metall bei Audi, spricht von "sehr harten Verhandlungen". Doch die IG Metall habe den Beschäftigten in Zeiten der Krise eine Perspektive bieten wollen. "Wir wollten sie nicht einfach in die Arbeitslosigkeit schicken, denn sie haben einen hervorragenden Job gemacht und hatten ihren Anteil am Audi-Erfolg."

Gute Erfahrungen 2007

Hoffen ließen die IG Metall gute Erfahrungen im Sommer 2007: Gewerkschaft und Zeitarbeitsunternehmen einigten sich damals auf einen bundesweit einmaligen Tarifvertrag. Demnach sollten die Leiharbeitnehmer auf dem Niveau der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bezahlt werden, sie erhielten 14,43 Euro je Stunde. Bei Lohnerhöhungen der Audi-Mitarbeiter, so hieß es, sollte das Einkommen der Adecco-Mitarbeiter entsprechend steigen.

An dem heutigen Pressegespräch sollen neben Vertreten der Zeitarbeitsfirmen, der IG Metall und der Agentur für Arbeit unter anderem auch betroffene Beschäftigte teilnehmen und über die Neuerungen berichten. Und die bundesweit tätige Transfergesellschaft GPQ wird vorgestellt.