Diskussion über Museums-Entwürfe
Ingolstadt (DK) Nach dem Kopf-an-Kopf-Rennen im Museumswettbewerb ist derzeit alles offen. Eines der beiden Siegerbüros wird wohl den begehrten Auftrag bekommen, auf dem Gießereigelände zu bauen. Ab sofort darf über die Favoriten diskutiert werden. Die Entwürfe stehen nun auch im Internet.
Die beiden ersten Preisträger genießen durchaus unterschiedliche Sympathien. Stadtheimatpfleger Tobias Schönauer hat angesichts der Arbeiten von Stanton Williams und DFZ Architekten „zwei Seelen in meiner Brust“. Dem Büro DFZ sei zweifellos ein „städtebaulicher Akzent“ gelungen, der neben einem massiven Hotelbau bestehen könne. „Aber er zerstört das Denkmal. Der Eindruck einer Gießereihalle ist komplett weg.“

Auch Hans Achhammer, CSU-Stadtrat und Preisrichter, sieht durch die Arbeit des Konkurrenten Stanton Williams die denkmalgeschützten Fassaden der Gießereihalle „am wenigsten beeinträchtigt“. Diesen Entwurf hält Achhammer für den Favoriten, wenngleich er auch die DFZ-Idee eine „raffinierte Lösung“ findet – „wie wenn er das Denkmal mit einem Überbau beschützen möchte“. Jury-Kollege Manfred Schuhmann (SPD) hat klar Position bezogen. „Du brauchst ein starkes Signal, wenn du die Leute ins Museum locken willst“, wirbt er für den Preisträger DFZ. „Es darf nicht sein, dass sich nach zwölf Jahren der mutlosere Entwurf durchsetzt.“ Der Museumsbau müsse sich neben Hotel und Audi-Akademie behaupten können.
Hier geht es zu den Entwürfen aller Preisträger
„Da ist mir gleich das Herz aufgegangen“, stößt Tobias Hoffmann ins gleiche Horn. Der Museumschef glaubt, dass Stanton Williams „zu wenig macht aus der Halle“. Vom Büro DFZ hingegen werde „erkennbar etwas Eigenständiges und Neues geschaffen“. Vom morgigen Freitag an werden die Wettbewerbsarbeiten im Museum für Konkrete Kunst ausgestellt.
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