Mittwoch, 30.05.2012 |

 

25.08.2011 01:16 Uhr | 7277x gelesen
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Nachtschicht für die Feuerwehr nach Starkregen


Bild: Nachtschicht für die Feuerwehr nach Starkregen.  Ingolstadt (dk) Tagsüber Temperaturen über 30 Grad, abends die erhoffte Abkühlung -  allerdings in einer Dimension, die auch schon wieder als extrem zu bezeichnen war. 20 Minuten Starkregen sorgten vor allem im Süden Ingolstadts für zahlreiche überflutete Keller.

Ingolstadt (dk) Tagsüber Temperaturen über 30 Grad, abends die erhoffte Abkühlung - allerdings in einer Dimension, die auch schon wieder als extrem zu bezeichnen war. 20 Minuten Starkregen sorgten vor allem im Süden Ingolstadts für zahlreiche überflutete Keller.




Bild: Heike Bergmann In der Blücherstraße überforderten die Wassermassen am Mittwochabend einmal mehr die Leistungsfähigkeit des Kanals.
"Wir haben rund 220 vollgelaufene Keller", sagte Brandinspektor Thomas Schimmer von der Berufsfeuerwehr Ingolstadt gegenüber donaukurier.de um 0.45 Uhr in der Nacht auf Donnerstag. Sämtliche Pumpen und Wassersauger seien im Dauereinsatz, die Abarbeitung der Einsätze würde sich bis in die Morgenstunden hinziehen. Die Kanalisation sei mit dem heftigen Regen kurzzeitig überfordert gewesen, so dass zahlreiche Gullys übergelaufen seien. Auch die Unterführungen im Süden waren kurzzeitig nicht mehr befahrbar, das Wasser sei dort aber rasch wieder abgelaufen.

Das Hauptschadensgebiet lag im Süden Ingolstadts. Die freiwilligen Feuerwehren der Stadttteile Gerolfing, Haunwöhr, Hundszell, Hagau, Brunnenreuth, Ringsee, Mailing, Stadtmitte und Etting unterstützten dabei die Kollegen der Berufsfeuerwehr.  
 
Unter anderem in der Blücherstraße konnte der Kanal die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Besonders ärgerlich für die Anwohner: Innerhalb von vier Wochen ist ihre Straße damit zum zweiten Mal überschwemmt worden. Am letzten Schultag vor den Sommerferien hatte sich nach ihren Angaben ein ähnliches Bild geboten.
 

Unwetterfoto aus Langenbruck
Bild: Laub Ralf Ralf Laub schickte uns dieses Unwetterfoto am späten Mittwochabend. Aufgenommen hat er es in seinem Heimatort Langenbruck.
Schimmer spricht von "Prio 3"-Einsätzen, die Berufsfeuerwehr wurde von fast allen Freiwilligen Feuerwehren und weiteren Helfern unterstützt, auch das Technische Hilfswerk (THW) aus Ingolstadt und Eichstätt kam zur Verstärkung.

zur Diashow Unwetter Fotos
 
 
"Wir haben jede Menge Notrufe erhalten", hieß es auf Anfrage am späten Mittwochabend beim Polizeipräsidium Oberbayern Nord in Ingolstadt. Das genaue Ausmaß ließe sich erst im Laufe des Donnerstagvormittags abschätzen. 
 

Wetterleuchten über Ingolstadt

 
Die Straßencafés waren an diesem wunderbar lauen Mittwochabend bestens gefüllt, die Menschen aus der Region nutzten das Biergartenwetter. Kurz vor 20.30 Uhr begann dann das Wetterleuchten. Wie bei einem Blitzlichtgewitter sah es aus [siehe Video auf dieser Seite]. Dann wurden die Abstände immer kürzer, Böen zogen auf, das Unwetter entlud sich.
 

Haben Sie fotografiert oder gefilmt? Unsere Mailadresse: online@donaukurier.de. Bitte teilen Sie uns Ort und Zeit Ihrer Aufnahme sowie eine kurze Erklärung mit.

Leser von donaukurier.de hielten das Unwetter fest. Auf Facebook reagierten die User unterschiedlich. Die einen schrieben vom Weltuntergang in Ingolstadt, andere freuten sich über die erste erholsame Nacht seit Tagen. "So sehr ich die 30 Grad liebe: Endlich in einer kühlen Wohnung schlafen", schrieb Florian S.
 
Die Münchener Straße war, so meldete ein User, ab ca. 22 Uhr wegen umgestürzter Bäume vorübergehend komplett gesperrt - jedoch konnte die Berufsfeuerwehr auf Anfrage weder die Sperrung noch die umgestürzten Bäume bestätigen. "Richtung Unsernherrn vierspurig unter Wasser, das hab ich noch nie gesehen", schrieb ein anderer User über die Verhältnisse auf der Münchener Straße.
 

Bild: Kohlhuber Bei Geisenfeld hat der Sturm ein Hopfenfeld zerstört.
Auch im Landkreis Pfaffenhofen wütete der Sturm. Das THW Pfaffenhofen war von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens mit sechs Fahrzeugen und 23 Mann unterwegs, um mehrere Industriehallen leer zu pumpen. Zusätzlich wurde eine Großpumpe in die Kanalisation eingebracht, um den Wasserstand halten zu können. Bei Geisenfeld räumte der Sturm ein komplettes Hopfenfeld ab.
 

TV-Störung mitten im Hopfendrama

 
Bei vielen Bürgern verabschiedete sich das Fernsehen ausgerechnet während der Erstausstrahlung des "Hopfensommers", der ab 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wurde. Der Film mit Elmar Wepper und Gaby Dohm wurde bekanntlich in der Holledau gedreht, mehr als 100 Komparsen aus der Region hatten mitgewirkt - und nun sahen sie über weite Strecken nur noch die blanke Mattscheibe.
 

 
 

Uwe Ziegler, Tom Webel, Online-Redaktion
 
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