Der Splitter, der ganz sicher von Jesu Kreuz stammt (Ehrenwort!), wurde einst von den rührigen Nonnen in einem Brunnen versenkt, als Pfalzgraf Ottheinrich 1542 in Neuburg die Reformation einführte - und das Kloster auflöste. Etwa 100 Jahre später hoben Jesuiten den Kreuzpartikel - seitdem werden dem Brunnenwasser heilende Kräfte zugesprochen. Besonders an Augenleiden erkrankte Pilger hoffen in Bergen auf ein Wunder.

Aber bei all der Frömmigkeit, Heiligkeit und Heilkraft: Eines schafft selbst die Wallfahrtskirche in Bergen beim besten Willen und trotz aller Anstrengung nicht - und zwar für anständiges Handynetz zu sorgen. Diese Erfahrung macht derzeit die Landtagsfraktion der Freien Wähler, die in dem schmucken und idyllischen 400-Seelen-Ort ihre dreitägige Winterklausur abhält. "Kein Scherz: Am Tagungsort Bergen bei Neuburg an der Donau gibt es kein Handynetz", heißt es deshalb auch in einer Pressemitteilung der Freien Wähler.

Zur Sicherheit - falls wirklich jemand ganz dringend und unbedingt jetzt sofort die Aiwanger-Gang erreichen muss - ist aber die Festnetznummer des Hotels angegeben. Da haben wir ja gerade nochmal Glück gehabt. Die Freien Wähler sind auskunftsbereit. Allzeit auskunftsbereit. Vielleicht können sie dann davon berichten, wie segensreich es doch sein kann, mal eine Weile aufs Handy zu verzichten und sich statt mit Facebook und Co. mit den wirklich wichtigen politischen Herausforderungen im Freistaat zu beschäftigen. Digitalisierung und so. Dem Kreuzpartikel sei Dank!