Ob er diesmal wie bei seinem vorherigen Besuch vor genau einem Jahr einen 80-Millionen-Euro-Förderbescheid (damals für die Stadttheatersanierung) für ein Großprojekt dabei hat, wissen wir nicht.

Vielleicht will er ja auch einfach die öffentlich angekündigte gute Zusammenarbeit mit Horst Seehofer symbolisch vertiefen. Zum Beispiel, indem er sich ein Haus in Seehofers Heimat Gerolfing sucht, am besten direkt im Neubaugebiet in der Nachbarschaft. Wie wir seit vorgestern wissen, sollen die dort wohnenden Neubürger den Seehofers ja nicht so zugetan sein. Markus Söder, ja, wir hatten tatsächlich seinen Namen noch gar nicht genannt, könnte hier eingedenk des neuen Geistes innerhalb der CSU integrativ wirken und "Gemeinsamkeiten wiederherstellen". Was an der CSU-Spitze funktioniert, wird auch im Herzen Oberbayerns funktionieren. Verkleidungskünstler Söder könnte Seehofer dann vielleicht sogar von den Vorzügen des Gerolfinger Faschings überzeugen - Moiakäfer im Sportheim statt Modelleisenbahn im Keller.

Übrigens wird die Erinnerung an Horst Seehofer auch lange nachdem der Noch-Ministerpräsident sein Amt an den fränkischen Politiker abgegeben und ihm zusätzlich irgendwann den Parteivorsitz übertragen haben wird, hochgehalten - das kann auch kein Markus Söder verhindern. Schließlich gibt es in Zuchering die Seehofer Straße. Die hat zwar nichts mit unserem Politiker zu tun, sondern mit dem Ort Seehof, aber das muss man dem Söder ja nicht verraten.