Anders als beim Kölner Dom, bei dem nur der Bestand immer wieder aufs Neue bewahrt werden muss, wird in Ingolstadt auch ständig gebaut und erweitert. Da entstehen zig neue Straßen, Parks, ganze Wohnviertel und natürlich die dazugehörende Infrastruktur.

Auch im ländlicheren Stadtgebiet will man natürlich angebunden sein, das bedeutet heute auch, dass eine fünfköpfige Familie gleichzeitig Netflix, Onlinegames, Telefonie, Instagram und Youtube nutzen kann. Und dafür verlegen Telekom und Com-IN überall im Stadtgebiet Glasfaserkabel, so auch gerade in Zuchering. Dort kümmert sich eine Baufirma seit einiger Zeit im Auftrag der Com-IN um die Verlegung. Und weil die Anwohner der Taubenstraße sich gut mit den Bauarbeitern verstanden, konnten sie ein Arrangement treffen: Am Wochenende, wenn die Bauarbeiten ruhen, können die Zucheringer trotz der vorübergehend aufgestellten Halteverbotsschilder an der Baustelle parken, schließlich stören sie dann die Bauarbeiter nicht. Und so parkten einige Anwohner an der Straße - nur hatten sie die Rechnung ohne die kommunale Verkehrsüberwachung gemacht: Die war nämlich am vergangenen Samstag am Vormittag vorbeigekommen und hatte Strafzettel wegen Falschparkens verteilt. Insgesamt waren dabei im Ort neun Verwarnungen ausgesprochen worden. Die Stadtverwaltung erklärte, es habe Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, denen man nachgegangen sei - offenbar hatten die Anwohner vernachlässigt, sich mit all ihren Mitbürgern genauso zu arrangieren wie mit den Bauarbeitern. Am Nachmittag waren dann übrigens alle Strafzettel von den Windschutzscheiben der Autos entfernt - ob nun durch den Wind oder einen zupackenden Anwohner, ist aber egal. Zahlen müssen die Zucheringer wohl so oder so.