Aber insgeheim dachte er bestimmt: "Ach du liebe Güte, was für ein Quadratspießer! Soll er sich doch einen Jägerzaun bauen gegen die Unbill dieser Welt."

Doch was blieb dem Bedenkenträger auch anderes übrig? Schließlich hat er öfters Besuch aus Regensburg zu Gast. Jener Perle aus dem Weltkulturerbe der Unesco - der schönsten, elegantesten, gepflegtesten und lebenswertesten Stadt der Erde. Ja, sogar weit darüber hinaus! Finden jedenfalls die Regensburger. Wer daran zweifelt, bekommt sofort die schwere Artillerie des Regensburger Lokalpatriotismus um die Ohren. Da ziehen sie dann naserümpfend bis leidend durch Ingolstadt, die Regensburger, und lassen die angestammte Bevölkerung mit jedem Blick spüren: "Ach du liebe Güte! Wie haltet ihr das hier bloß aus" Man darf annehmen: Selbst wenn es in der Unesco-Welterbestadt ein Güterverkehrszentrum gäbe, wäre es viel, viel schöner als das in Ingolstadt. Mit Butzenscheiben und Gauben und so.

Und dazu immer diese Gelbe-Sack-Berge auf der Theresienstraße! Unser Autor widmete ihnen vor Kurzem (mit pikiert dreinschauenden Regensburgern im Hinterkopf) einen offensiven Beitrag aus der Reihe "Stadtgeflüster", was aber in Ingolstadt niemanden, absolut niemanden interessierte.

Ja, und dann fuhr er nach Regensburg. In der Welterbe-Altstadt entdeckte er Gelbe-Sack-Berge en masse! Noch höher und viel kunstvoller aufgetürmt als die in Ingolstadt (siehe Foto); dort gibt es das Duale System wohl schon seit dem Mittelalter. Sicher sagen stolze Regensburger dazu: "Tja, bei uns sind eben sogar die Müllsackberge viel schöner als bei euch!"

Das sieht die Unesco gewiss ganz genauso.