Eine Aufnahme in den Förderverein Bairische Sprache und Dialekte dürfte wohl auch in den kritischen Ohren von Harri Deiner Bestand haben.

Was uns jedoch aus lokalpatriotischer Sicht freut, ist das Interesse Jaggers an der Schanz. Hat er sich beim Konzert in München doch tatsächlich erkundigt, ob Leute aus Berlin, Nürnberg und Ingolstadt anwesend sind! Da schießen natürlich die Spekulationen ins Kraut. Hat oder hatte der alte Schwerenöter mal eine Freundin in Ingolstadt? Oder hat die städtische Pressestelle einen raffinierten PR-Coup eingefädelt? Und vor allem: Was löhnt man denn für das Wort Ingolstadt aus dem Mund von Mick Jagger? Doch das ist wurscht, die weltweite Werbung für die Stadt sowieso unbezahlbar und kaum zu übertreffen. Da können Innenstadtfreunde und Touristeninformation nicht hinschmecken, und der ganze Adventszauber auch nicht.

Die Stadt wäre gut beraten, sich jetzt schon Gedanken über eine Rolling-Stones-Straße in einem Neubaugebiet zu machen. Aber bitte was G'scheids! Eine adäquate Unterkunft bei einem späteren Besuch wäre im Kongresshotel vorhanden. Bleibt noch die Frage nach einem passenden Auftrittsort für ein Konzert der Stones. Aber da könnte man ja klein anfangen. Mit der Neuen Welt. Weil der Chris Jagger, der kleine Bruder vom Mick, ist nämlich da schon ein paar Mal aufgetreten.

Schwierig wird's jedoch bei der Vorband. Simon Mayr geht möglicherweise leicht an der Zielgruppe vorbei. Ebenso der Motettenchor mit dem "Deutschen Requiem" von Brahms. Bonfire geht natürlich immer, aber originell wäre eine Stadtratsband. Es sollte halt zu den Stones passen: Also Musikalität second, Alter first. Da muss der OB (wer sollte sonst die Auswahl treffen) aber klare Kante zeigen. Sonst wollen wieder alle mitmachen, weil sie meinen, es gibt eine Riesenparty. Der Erste wäre der Sepp Mißlbeck. Dann Gerd Werding, Manfred Schuhmann und Joachim Genosko. Wenn's dem Koalitionsfrieden dient, Peter Springl, eventuell noch Thomas Thöne, Christian Lange oder Jörg Schlagbauer. Aber nur, damit der Mick Jagger nicht gar so alt ausschaut neben unserem Charming Sepp. . .