Stopp. Nein. Stellen Sie sich doch lieber vor, Sie wohnen in einer schmucken Wohnung. Schon viele Jahre. Sie haben ihre vier Wände und das Drumherum lieb gewonnen. Und dann baut ein, sagen wir mal, liquides Energieunternehmen sein neues Kernkraftwerk Ihnen direkt vor die Nase. Wumm. Die überwiegende Mehrheit wäre doch geschockt, oder? Wahrscheinlich nicht nur wegen der Gefahren eines solchen Meilers, sondern wegen der fürderhin eingeschränkten Aussicht von Terrasse oder Balkon. Plötzlich nicht mehr da. Weg sind Aussicht und Sonne. Es wird beängstigend dunkel im reduzierten Dasein. Okay, weil es neue Atommeiler dank der politischen Einsicht und der blühenden Braunkohleförderung nicht geben wird, könnte es auch eine zusätzliche Allianz-Arena sein.

Oder eine weitere Saturn-Arena, die dann aber bitte Media-Markt-Arena heißt. All diese Arenen wären gefühlt sogar deutlich gefährlicher als ein Atommeiler. Denn bemühen wir unsere Fantasie erneut: Stellen Sie sich vor, zuerst wird eine solche Arena gebaut, dann strömen Menschen aus allen Himmelsrichtungen herbei, um Events zu besuchen. Der Ausblick ist futsch, die Sonne wirkt wie ausradiert, und Fremde trampeln durch das Bild, das man vorher genießen konnte. Sagen Sie nun nicht, das gibt es nicht oder Sie können sich das nicht vorstellen. Dann hätten wir einen Tipp: Warten Sie noch ein paar Tage, bis die Allianz-Arena-gleiche, vielstöckige, immerhin adventlich-weihnachtliche, aber im hinteren Bereich eher unansehnliche Holzbude am Paradeplatz ihre endgültige Höhe erreicht hat. Da braucht es keinen Atommeiler, um den dort seit Jahren beheimateten Geschäftsleuten die Laune zu vermiesen. Vielleicht sogar das vorweihnachtliche Geschäft. Aber was soll's: Der Rubel rollt doch. Nur woanders.