Auf der jüngsten miba haben wir Türen gesehen, die sind so robust und schlau, ja schlau, die lassen Sie nur noch rein, wenn sie Ihren Fingerabdruck erkennen. Für ganz sensible Bereiche empfiehlt sich das Modell mit zusätzlichem Irisscanner, Zahlenschloss, Zweifachschlüsselsatz (wie bei den Atom-U-Booten für den Raketenabschuss!) und (innen!) zentnerschwerem Querriegel wie seinerzeit beim Haupttor von Fort Laramie. Das sollte eigentlich reichen.

Doch Vorsicht! Allzu sichere Türen können auch Tücken bergen und sich selbst Zugangsberechtigten regelrecht in den Weg stellen! Soeben hören wir von einer Büromannschaft, die am Montagmorgen in der Innenstadt vor dem Eingang zu ihrer Notarkanzlei stand und - nicht hineinkam. Man stelle sich vor: Der Herr Notar und seine treuen Gehilfinnen wollen wie alle Tage ihre staatstragenden Dienste verrichten und ihren Aktenschränken zustreben und werden gleich an der Fußmatte ausgebremst. Sie rappeln und rütteln herum, die ersten termingehetzten Mandanten sitzen ihnen schon im Nacken - und nix ist.

Ja, da musste dann ein Handwerker kommen und die schöne, sichere Tür mit einer Flex bearbeiten. Ein paar von Funkenflug begleitete Minuten später war's dann geschafft, und das lohnende Geschäft mit den Urkunden konnte wieder aufgenommen werden. Im Nachhinein mag die Episode ja sogar als Werbung taugen: Bei uns sind Ihre Anliegen wirklich sicher aufgehoben, oder so. Das bleibt ja ganz der Findigkeit des Kanzleibetreibers überlassen, der jetzt wahrscheinlich bis zum Einsetzen einer neuen Tür in seinem Büro übernachten muss (wir wissen da aber wirklich nichts Genaues).

Wir hatten übrigens in all den Berufsjahren noch nie das Glück, mal von einer verriegelten und verrammelten Tür von der Arbeit abgehalten zu werden. Daraus abzuleiten, dass die Eingänge zu Verlagshäusern und Redaktionsräumen besonders unsicher sind, wäre jetzt aber wohl zu kurz gesprungen. Immerhin aber: Unsere Türen sind so durchlässig, dass sie uns abends auch wieder hinauslassen.