Behandlungskonzept der Multimodalität
Zur Themenseite "Hilfe für Zappelphilippe und Träumer" in der Ausgabe vom 19. Juli:
Das Vorgehen der Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie folgt den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin. Das heißt, es kommen Behandlungen zur Anwendung, die nach wissenschaftlichen Kriterien geprüft sind.
Zahlreiche Studien ergaben, dass von den so genannten schulmedizinischen Methoden, besonders das multimodale Behandlungskonzept, durchgeführt in Facharztpraxen für Kinder- und Jugendpsychiatrie, seine Wirksamkeit nachgewiesen hat.
Dieses multimodalen Behandlungskonzept umfasst die verhaltenstherapeutisch orientierte Behandlung des Kindes, die Beratung der Eltern und, je nach medizinischer Indikation und Bereitschaft der Familien, eine medikamentöse Behandlung mit einem Stimulantium (Ritalin, Medikinet…) oder Atomoxetin (Strattera).
In Einzelfällen mögen andere Behandlungsansätze erfolgreich sein, jedoch hat keine dieser Methoden ihre Wirksamkeit bislang nachgewiesen. Zum großen Nachteil für die Betroffenen erwächst, dass durch nicht wirksame Therapien, wie Homöopathie, Ergotherapie oder Kinesiologie wertvolle Zeit verloren wird, abgesehen vom Kosten- und Zeitaufwand, was zur Verschlechterung der Prognose führt.
Zum Einsatz kommen leider auch gesundheitsschädigende Substanzen, wie die Afa-Algen, vor denen u. a. das kanadische Gesundheitsministerium aufgrund des Risikos des Auftretens von Leber- oder Nervenschäden gewarnt hat.
Es handelt sich bei dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom um eine neurobiologische Störung, und die Sensibilität für das Vorliegen dieser Störung wächst. So werden immer mehr Kinder und Jugendlichen einem Facharzt/einer Fachärztin vorgestellt und haben damit die Chance, Hilfe zu erfahren, die ihrem vielleicht ebenso betroffenen Elternteil nicht zuteil wurde.
Dr. Siegrid Seißler
Ingolstadt
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