Der Advent, an den ich mich erinnere, war eine Zeit des Wartens auf ein ganz besonderes Ereignis. Darauf bereitete man sich nicht nur durch Weihnachtsbäckerei, sondern vor allem innerlich vor. Als Kind etwa durfte ich für jede vollbrachte gute Tat am Abend einen Strohhalm in die leere Krippe legen, damit das Christkind dann am Heiligen Abend weich liegen konnte.

Heute kommt das Christkind schon im November (also auf was warten oder sich vorbereiten) und hilft fleißig mit, dass die Geschäfte und die Unterhaltungskultur laufen. Warum lassen sich die christlichen Kirchen eigentlich ihr ureigenstes Symbol der Hoffnung stehlen und sehen zu, wie es von Konsum und Geschäft missbraucht wird?

Josef Finger, Manching