Vohburg: Gut gewirtschaftet
Bestens gelaunt ins neue Jahr: Bürgermeister Martin Schmid (rechts) hat den Neujahrsempfang genutzt, um den Gewerbetreibenden seinen Dank auszusprechen und drei Unternehmen zu ehren. - Foto: Meßner
Vohburg

Viele Neujahrsempfänge beginnen mit Hände schütteln. Und so stand Bürgermeister Schmid mit seiner Frau Edith am oberen Ende der Treppe im Kultur-Stadl und begrüßte jeden der rund 90 Gäste persönlich. Das zog sich etwas in die Länge, weil dem Rathauschef - wie er später mit einem Augenzwinkern zugab - ein Fehler unterlaufen war. Er legte die Eröffnung auf 18 Uhr, aber nicht wenige Gäste kamen etwas später. "Mir war nicht bewusst", sagte er, "dass um diese Zeit ja viele Leute noch arbeiten müssen." So humorvoll und zwanglos gestaltete sich der gesamte Abend. Im Obergeschoss des Kultur-Stadls waren Stehtische verteilt und ein kaltes Buffet aufgebaut. Bei seiner Begrüßung dankte Bürgermeister Schmid dem Gewerbe für das "gute Miteinander" und betonte: "Gemeinsam sind wir stark." Wenn es der Wirtschaft gut gehe, dann gehe es auch der Gemeinde gut, führte er aus. In Vohburg ist das offensichtlich der Fall. Noch vor einigen Jahren hing die Herzogsstadt, was die Gewerbesteuer betrifft, am Tropf eines einzigen großen Unternehmens. Doch mit der Umstrukturierung der Energiegewinnung brachen auch die Gewinne des Unternehmens ein und damit die Gewerbesteuer für Vohburg. Doch mittlerweile haben die vielen kleinen und mittelständischen Betriebe diesen Ausfall laut Schmid wettgemacht und die Einnahmen der Stadt sind auf gleichbleibend hohem Niveau.

Ein ähnlich positives Bild zeichnete die Vorsitzende des Aktionskreises Annemarie Wolfsteiner. Sie beschrieb die positive Entwicklung in den vergangenen Jahren und sagte mit Blick in die Zukunft, dass der digitale Wandel für die Gewerbetreibenden die größte Herausforderung sei. Ein Schritt, um diese zu stemmen, ist ein Cityportal. Das soll eine Plattform für die Gewerbetreibenden im Internet sein, um "sichtbarer" zu werden, wie Wolfsteiner es formulierte. Es soll demnächst online gehen.

Die Hauptredner an diesem Abend waren Bernd Huber vom Wirtschaftsbeirat des Landkreises Pfaffenhofen sowie der Rockoldinger Helmut Schmid, der in seiner Hair & Beauty Galerie vom Fußballstar über prominente Schauspieler bis zur Prinzessin schon unzähligen Prominenten das perfekte Styling verpasste.

Die Rede Hubers war geprägt von hoher Fachkompetenz. Er umriss die Arbeit des Wirtschaftsbeirats, eine Art Interessenvertretung der Gewerbetreibenden. Der Beirat kümmert sich um die Kontaktpflege, berichtet über die Wirtschaftslage und organisiert Veranstaltungen wie den Unternehmertag. In mehreren Arbeitsgruppen beschäftigt er sich mit Themenfeldern wie Handel, Tourismus oder Schulen und Ausbildung. Den Landkreis Pfaffenhofen bezeichnete er aus wirtschaftlicher Sicht als "eine Insel der Glückseligen".

Glückselig war denn auch das richtige Stichwort für die Rede Schmids. In atemraubendem Tempo und mit einer einnehmenden Herzlichkeit erzählte er aus seinem Leben. "Vom Metallbauer zum Promifriseur" hatte ihn Bürgermeister Schmid angekündigt und dabei die soziale Einstellung des Rockoldingers herausgestellt.

Der Fashion-Experte sprach frei von der Leber weg und amüsierte die Gäste mit einer Vielzahl an Anekdoten, unter anderem von seiner Station auf Marbella, wo er den Damen in einem Etablissement aus dem Rotlichtmilieu die Haare machen sollte. "Ich in einem Bordell, stellen sie sich das mal vor. Was soll ich denn da" Er erzählte von der Zusammenarbeit mit einem Fernsehsender, seinem Aufstieg mit Läden nicht nur in Ingolstadt, sondern auch Nürnberg und München. Aber bis heute schneidet er den Obdachlosen in Ingolstadt auch kostenlos die Haare.