Mittwoch, 17.03.2010 |

 

20.11.2009 20:52 Uhr | 75x gelesen
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Stadtjugendring legt Veto ein


Bild: Stadtjugendring legt Veto ein .  Ingolstadt (DK) Die Jugendsozialarbeit an Schulen soll ausgeweitet werden – mit Personalressourcen aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Das stößt auf massive Kritik.

Ingolstadt (DK) Die Jugendsozialarbeit an Schulen soll ausgeweitet werden – mit Personalressourcen aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Das stößt auf massive Kritik.


Kulturreferent Gabriel Engert ist ein Verfechter der Ganztagsschule. Am liebsten würde er sie flächendeckend und verpflichtend einführen. Ganz so weit ist es noch nicht, doch immerhin wird inzwischen nicht nur an Haupt-, sondern bereits an den Grundschulen das Betreuungsangebot ausgeweitet – weil frühe Hilfe einfach besser greift. Doch dieser Ausbau hat Folgen für die offene Kinder- und Jugendarbeit.

Konkret ging es am Donnerstag im Jugendhilfeausschuss um geplante Umstrukturierungen in der Jugendsozialarbeit an Schulen, sprich: Umschichtungen von Personal und Arbeitszeit aus dem Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Betroffen ist der Piustreff unter Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF). "Eine zukunftsorientierte Lösung", warb Geschäftsführerin Anna Stahl in der Sitzung für den Mitarbeitertransfer, der ab Februar 2010 vonstatten gehen soll. Engert fügte hinzu, es handele sich um eine Weiterentwicklung, aber keine komplette Änderung des Tätigkeitsfeldes der Sozialpädagogen. Jugendamtsleiter Maro Karmann konstatierte: "Man kann nicht zwei Systeme nebeneinander laufen lassen."

Diese Äußerungen jedoch lösten breiten Protest im Fachgremium aus. "Es handelt sich um zwei unterschiedliche Systeme", widersprach Artur Hermann vom Diakonischen Werk, "denn in die Treffs kommen die Kinder und Jugendlichen freiwillig, in die Schule nicht." Jana Diesperger vom Pädagogischen Beratungsdienst des Förderkreises für integrierte Erziehung ergänzte, gerade für Kinder seien andere Orte der rettende Anker. "Denn oft ist die Schule ein Ort des Versagens oder des Mobbings."

Nägel mit Köpfen machte der Stadtjugendring, der ein Positionspapier vorlegte. Darin heißt es, der weitere Aus- und Umbau der Jugendsozialarbeit an Schulen sei zwar "sinnvoll, notwendig und erforderlich", dürfe aber nicht zu Lasten der offenen Kinder- und Jugendarbeit gehen. Formuliert wurde dies in einem Antrag, die betreffende Personalressource von 40 Wochenstunden im System zu belassen und dem Aufgabenschwerpunkt Suchtprävention für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren in Sachen Alkohol zuzuordnen.

Weil der Vorschlag sehr kurzfristig kam, wollen ihn die Fraktionen nochmals beraten. SPD-Stadtrat Thomas Thöne beantragte ergänzend dazu, vorsorglich 60 000 Euro im Haushalt des Jugendamtes einzuplanen für eine zusätzliche Stelle im Bereich Jugendsozialarbeit an Schulen. Der Etat für 2010 sieht im Ansatz Ausgaben in Höhe von insgesamt 39,7 Millionen Euro und Einnahmen von 12,7 Millionen vor.

Die Entscheidung soll kommenden Donnerstag in einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses fallen, wo es auch nochmals um die Kürzung der freiwilligen Betriebskostenförderung für Kindertageseinrichtungen geht.

Von Suzanne Schattenhofer


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