Pförring: "Ein Projekt, das uns sehr imponiert"
Foto: Norbert Schmidl
Pförring

Waltl, der sein jetziges Ehrenamt erst seit Kurzem ausübt und zuvor Kreisjugendfeuerwehrwart war, hatte zusammen mit Manfred Muthig, dem Vorsitzenden des Kreisjugendrings Eichstätt, das Projekt ins Leben gerufen, wie er am Rande der Veranstaltung gegenüber unserer Zeitung sagte.

Als auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle die Asylbewerber in ihre Orte zugewiesen waren, sei ihnen die Idee gekommen, dass Mitglieder der Jugendfeuerwehr an die jugendlichen Asylbewerber herantreten könnten. Und zwar aus zwei Gründen: um sie zu integrieren und um möglicherweise neue Mitglieder für die Feuerwehr zu gewinnen. Das habe sich, so Waltl, inzwischen über den Jugendbereich hinaus entwickelt und auch erwachsene Asylbewerber erreicht. Der Kreisbrandinspektor sieht beispielsweise in der Brandschutzerziehung einen "guten Weg zur Integration". Und weil er das Projekt als ein langfristiges sieht, hofft er auch, dass damit die tendenziell sinkenden Mitgliederzahlen der Feuerwehren auf Zehnjahressicht zumindest stabilisiert werden können. Große Kenntnisse seien erst einmal nicht nötig. Die würden schon vermittelt, nimmt Waltl potenziellen Interessenten an der Feuerwehr die Angst, "denn wenn wir als Ehrenamtliche das können, dann kann es jeder".

Die scheidende Regierungsvizepräsidentin Maria Els (sie wechselt heute ins Innenministerium) nannte bei ihrem letzten offiziellen Außentermin das Projekt der Jugendfeuerwehr Eichstätt "ein Projekt, das uns sehr imponiert". Die Aufnahme von Geflüchteten sei ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich, betonte Els. "Nach der Unterbringung beginnt die Integration", sagte sie. Und die sei noch schwieriger und benötige einen noch längeren Atem. Insgesamt, so Els weiter, sei "das, was die Feuerwehren machen, extrem wichtig". Auch deshalb freue sie sich, den "Anerkennungspreis" - verbunden mit einem Scheck in Höhe von 200 Euro - überreichen zu dürfen. Sie wünschte den Beteiligten zudem "Ausdauer, dieses Projekt fortzuführen".

Der Eichstätter Landrat Anton Knapp sagte, die in Pförring versammelten "vielen kleinen Mosaiksteinchen" von Kommunalpolitikern über Feuerwehrler und Mitglieder des Asylhelferkreises bis hin zur Flüchtlingsfamilie ergäben nun ein Gesamtbild, wie Integration zu schaffen sei. Überhaupt sei dieses Thema "eine besondere Herausforderung" der vergangenen Jahre für die 30 Städte und Gemeinden des Landkreises gewesen. Knapp zeigte sich aber auch überzeugt, "dass uns das Thema Integration noch lange beschäftigen wird".

Bernhard Sammiller, Pförringer Bürgermeister und Vorgänger Waltls als Kreisbrandinspektor, meinte mit Blick auf die Historie der Marktgemeinde, dass "Pförring schon immer international" gewesen sei, denn "es macht keinen Sinn, sich abzuschotten". Sammiller lobte den Helferkreis, der die Integration der Asylbewerber auf den Weg gebracht habe, und hielt die Einbindung der Feuerwehren für eine gute Idee, "denn die gibt es in allen Gemeinden".