Pfaffenhofen: Kritik am Stil des Landratsstellvertreters
Der Kreisvorsitzende Gustav Neumair zwischen den Kreisräten Stefan Skoruppa (links) und Sigi Ebner mit den frisch eingetroffenen Plakaten für den Bundeswahlkampf. - Foto: Fischer
Pfaffenhofen

Sie kam am Wochenende in Steinerskirchen zusammen, um zur Halbzeit Bilanz zu ziehen, wie dies in den vergangenen Jahren geglückt ist, und künftige Handlungsfelder abzustecken.

Am Beginn der Klausur stand ein Impulsvortrag von Pater Walter Licklederer über die Umwelt- und Sozialenzyklika "Laudato Si" von Papst Franziskus, deren Kernbotschaften der ganzheitlichen Ökologie und der Notwendigkeit eines anderen Lebensstils als politischer Auftrag verstanden wurden. Gerade die Passage vom Wert jedes Geschöpfes schlug den Bogen von der Welt hinein in den Landkreis, genauer zur geplanten Hühnerfabrik in Eschelbach. Hier hatten nicht nur die Kreisräte, sondern auch der Europaabgeordnete der ÖDP, Klaus Buchner, scharfe Kritik geübt. Wenn solche Massenanlagen notwendig seien, um zwei Familien zu ernähren, so dürfe dies nicht achselzuckend hingenommen werden, sondern müsse ein Ansporn zum politischen Einsatz für eine grundlegende Rückbesinnung der heimischen Landwirtschaft werden.

Neben dieser aktuellen Thematik ging Kreisrat Stefan Skoruppa auf die Entwicklungen rund um die Ilmtalklinik ein. Ein Erhalt der Klinik in kommunaler Hand stelle ein zentrales Ziel dar. Hierbei dürfe nicht die reine Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt stehen. Eine optimale Patientenversorgung und gleichzeitig eine soziale Behandlung der Leistungserbringer müssten Priorität haben. Die Kreistagsfraktion spricht sich ferner gegen eine Doppelspitze in der Geschäftsführung aus. "Wie kann man einerseits Einsparungen im Bereich der Leistungserbringer treffen und gleichzeitig die Kosten im Verwaltungsbereich erhöhen", fragt Skoruppa.

Im Hinblick auf das Alltagsgeschäft kritisierten die ÖDP-Räte die ihres Erachtens mangelnde Informationsbereitschaft und den Stil des Landratsstellvertreters Anton Westner. Dieser lasse den Kreisräten Infos nicht im nötigen Umfang zukommen und unterbinde offensichtlich unliebsame Redebeiträge. Hier müsse ein Umdenken bezüglich der Rolle des Kreistages stattfinden.

Der Kreisvorsitzende Gustav Neumair, der wie einige andere Parteimitglieder aus Gemeinden des Landkreises an der Klausur teilnahm, um eine breite Kenntnis von Fragestellungen vor Ort zu gewährleisten, sagte der Fraktion die volle Unterstützung der Partei zu. "Bei uns steht der Mensch und nicht das Geld im Mittelpunkt, und gerade in solchen Zeiten kommt diese Botschaft an", so der Kreisvorsitzende.

Zur weiteren Optimierung der Strukturen unterstützte Barbara Meyer mit Kreativtechniken die Ökodemokraten. Grundsätzlich sei man mit dem Heimatforscher Reinhard Haiplik, dem Arzt Stefan Skoruppa und dem Gründer des Arbeitskreises Energie des Bund Naturschutz, Sigi Ebner, inhaltlich breit und kompetent aufgestellt.