Oberdolling: Die Organisatoren des Mundart-Festivals in Oberdolling rund um Matthias Pfaller (links) drehen ein kleines Video, um die zweite Auflage anzukündigen.
Die Organisatoren des Mundart-Festivals in Oberdolling rund um Matthias Pfaller (links) drehen ein kleines Video, um die zweite Auflage anzukündigen.
Stephan
Oberdolling

Sie machen sich gerade ein Bier auf, als es an der Tür klopft und die Zuschauer mit an den Tisch genommen werden. Die drei Männer überlegen, ob sie es sich tatsächlich noch einmal antun wollen, ein großes Festival zu organisieren. „Der ganze Aufwand, der ganze Stress“, stöhnt Smischek. Pfaller hat da keine Bedenken. „Jetzt glaub i’s aber, des war doch a riesen G’schicht“, wirft er ein. „DerDialekt brauchtuns.“ Hinter der (Handy-)Kamera steht Andreas Schmidt, der als vierter Kopf zum bisherigen Organisationsteam hinzugestoßen ist. Das Video dreht er
nicht an einem Stück, sondern professionell aus verschiedenen Blickwinkeln und mit vielen Schnitten. „Für mehr Dramatik“, erklärt er. Sogar ein kleines Drehbuch hat Schmidt für seine „Darsteller“ mitgebracht. Manche
Einstellungen filmt er sicherheitshalber mehrmals, ab und an gibt er Anweisungen.

„Überspitzt sprechen mit langen Pausen“, rät er, und ganz wichtig: „Ja nicht in die Kamera schauen.“ Vom Video verspricht sich das Team so einiges. „Damit erreicht man im Internet viele Leute“, sagt Pfaller, der die ersten Gedankenspiele für das diesjährige Mundart-Festival schon hatte, als noch nicht einmal die erste Veranstaltung im vergangenen Sommer über die Bühne gegangen war. „Das war mutig“, gibt er zu. „Den Vorlauf braucht man aber, um die Bands zu bekommen.“ Und der Erfolg gibt den Organisatoren
recht: Mit rund 1500 Besuchern waren die Erwartungen 2017 voll und ganz erfüllt. „Die Messlatte liegt damit hoch“, weiß Pfaller. Die positive Resonanz stachle ihn aber umso mehr an, nun eine Wiederholung zuwagen.
Die monatelange Vorausplanung hat sich bereits jetzt gelohnt: „Die Bands stehen fest, die Homepage ist fertig“, sagt Pfaller (siehe Mundart-Festival). Er betont zugleich, am bewährten Konzept festhalten zu wollen, um den Dialekt zu fördern. „Mit Mundartbands, die wieder ausschließlich aus Bayern und Österreich kommen, die nur eigene Lieder und nicht auf Englisch singen.“ Als Headliner zugesagt haben die Münchner Rapper von dicht & ergreifend.

Die Lokalmatadore sind heuer d’Hundskrippln aus dem Schambachtal, die mit ihrem Coverhit „Gloana Bauer“ die Bierzelte aufmischten. Und dann gibt es da noch die Musiker von Oansno, die Pfaller zum Video inspirierten. „Die Idee dazu hatte ich sofort im Kopf, als sich die Band bei uns beworben hat“, erzählt er. Denn
ein Lied der Gruppe heißt „Oane moanipack i no“ (soviel wie: „Ich glaube, eine schaffe ich noch“),und Pfaller bat die Band, ihm „eine auf das Festival umgemünzte Version des Songs“ zukommen zu lassen. Im Video singt Oansno deshalb nun selbstbewusst: „A MundartFestival brauchma scho.“ Dieses ist übrigens schon hochgeladen, fast 3000 Facebook-Nutzer riefen es innerhalb weniger Tage auf. Die Organisatoren müssen sich somit wohl keine Sorgen machen, im August wieder ein großes Publikum zur Roßschwemm locken zu können. Letztendlich stoßen die Männer auch im Video auf eine erfolgreiche Neuauflage an: „Also ausgmacht Buam, oamoi moani pack mas no.“