Nachdem die Stiefschwester des vermeintlichen Opfers drei Tage nach dem angeblichen Übergriff bei der Polizei erschien und Anzeige erstattete, wurde der wohnsitzlose Angeklagte festgenommen und wanderte in Untersuchungshaft. Bei den Vernehmungen durch die Kripo schilderte die 14-Jährige in der Folgezeit, dass sie gegen 22.30 Uhr den Angeklagten zu seinem Wohnwagen begleitete, da er sich einen Pullover holen wollte. Dort angekommen setzten sich beide auf das Bett, um zu reden. Unvermittelt begann der Angeklagte, sie oberhalb der Kleidung zu befummeln. Das Mädchen wollte deshalb gehen, ließ sich aber schließlich dazu überreden, mit ihm etwas zu "kuscheln". Dabei soll es dem Angeklagten gelungen sein, sein Opfer in Rückenlage zu bringen.

Seine Hände wanderten unter ihrem Kleid in Richtung Intimbereich. Obwohl das Mädchen immer wieder erklärte, dass sie keinen Sex will, zog er sich unterhalb der Gürtellinie vollkommen aus und forderte von ihr, dass sie ihn anfasst. Auch hierzu weigerte sie sich. Schließlich entkleidete er auch den Teenager teilweise und verging sich an ihm. Er ließ erst von ihr ab, als sie über Schmerzen klagte. Aufgrund dieser Angaben erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Vergewaltigung.

In seiner Einlassung am ersten Verhandlungstag hatte der Angeklagte über seinen Verteidiger Georg Seidenschwand zwar den Austausch von Zärtlichkeiten eingeräumt, eine gleich wie geartete Vergewaltigung aber bestritten. Dabei blieb er auch, als ihm der Gerichtsvorsitzende eine "goldene Brücke" baute und ihm für den Fall eines Geständnisses sogar eine Bewährungsstrafe in Aussicht stellte. Damit war die Strafkammer auf die Aussage der 14-Jährigen angewiesen. Am Ende konnten die Richter nicht mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit feststellen, ob es tatsächlich zu den von ihr behaupteten Übergriffen gekommen war.

Der Angeklagte konnte den Gerichtssaal als freier Mann verlassen.