Zusammen geht vieles einfacher: Aufgrund des Personalmangels kleiner Feuerwehren wird die Zusammenarbeit immer wichtiger. Im Einsatz ist das ohnehin schon meist selbstverständlich, wie hier bei einem Unfall bei Manching, als Feuerwehrleute gemeinsam anpacken, um ein Auto auf die Räder zu drehen, das sich überschlagen hat..
Zusammen geht vieles einfacher: Aufgrund des Personalmangels kleiner Feuerwehren wird die Zusammenarbeit immer wichtiger. Im Einsatz ist das ohnehin schon meist selbstverständlich, wie hier bei einem Unfall bei Manching, als Feuerwehrleute gemeinsam anpacken, um ein Auto auf die Räder zu drehen, das sich überschlagen hat.
Schmidtner
Münchsmünster
Leicht hatte sich die Entscheidung damals niemand gemacht. Am Ende aber war es nicht anders gegangen. Zu wenig Aktive, kein Kommandant und auch keine Abhilfe in Sicht. Als Löschgruppe aber, so sagt Simon Wittmann, bis Anfang dieses Jahres Kommandant der Feuerwehr Münchsmünster, entwickelt sich die kleine Wehr in Wöhr gut.

Es ist ein Problem, das Land auf Land ab viele kleine Wehren plagt: Zu wenige Menschen sind noch bereit, sich aktiv einzubringen. Zu wenige finden die Zeit für Übungen und Einsätze und zu wenige finden bei ihren Arbeitgebern Verständnis, wenn sie den Arbeitsplatz verlassen müssen. Mancherorts wird sogar schon über Pflichtfeuerwehren oder gar die Schaffung von Berufsfeuerwehren nachgedacht.

Ein Problem, von dem auch die Wöhrer Wehr ein Lied singen kann. Nicht einmal mehr 20 Männer und Frauen waren 2016 noch in der Wehr aktiv. Als sich dann auch noch der Kommandant zurückzog und kein Nachfolger gefunden wurde, hieß der einzig gangbare Weg für den Gemeinderat: Eingliederung als Löschgruppe nach Münchsmünster.

"Wir wollen die Wehr nicht auflösen", hatten die Räte um Bürgermeister Andreas Meyer damals betont. Und das war, so sagt Wittmann heute, die absolut richtige Entscheidung. "Es läuft alles wie vorgesehen und ich bin zufrieden."

Acht Übungen hätten die Aktiven aus Wöhr im vergangenen Jahr absolviert. Zwei davon Gemeinschaftsübungen. Die Beteiligung hätte sich jeweils sehen lassen können. Und auch zwei neue Aktive seien im vergangenen Jahr zur Gruppe gestoßen. "Für mich sind das gute Zeichen", sagt Wittmann und erzählt, dass es, so habe man aus Wöhr signalisiert, in näherer Zukunft noch einige mehr werden könnten.

"Es ist einfach eine gute Sache, wenn Wöhr, zumindest innerhalb der Wehr Münchsmünster, eigenständig sein kann", findet er. Zum einen, weil sich die Aktiven so leichter mit ihrer Wehr identifizieren können und motiviert bleiben. Zum anderen aber auch, weil der Einsatzbereich Wöhr erhalten bleibt. Nur werde eben nicht mehr die Feuerwehr, sondern die Löschgruppe Wöhr mit dem Kommandanten in Münchsmünster alarmiert. "Der schaut dann, ob es noch zusätzlicher Kräfte bedarf."

Grundsätzlich ist die Löschgruppe Wöhr nämlich noch genauso ausgestattet wie früher auch, und das sei auch der Grund, warum es in Zukunft relativ leicht möglich sei, die Aktiven aus Wöhr wieder auf eigene Füße zu stellen: "Wenn es wieder genug Aktive - die Mindestzahl liegt da bei 27 - und eine passende Führungsmannschaft gibt, dann kann es auch wieder eine eigenständige aktive freiwillige Feuerwehr Wöhr geben", sagt Wittmann und fügt hinzu, "das könnte schon was werden. Die sind auf einem guten Weg."