Münchsmünster: Fehlt nur noch das Summen
Nur die rund 50 000 Bienen fehlen noch: Florian Pfaller (links) und Hartmut Vierle am verkleideten Roboter. An der Decke über diesem wird sich das Bienenvolk niederlassen. - Foto: Meßner
Münchsmünster

"Ich habe sieben Bienenvölker", erzählt der aus dem Wackersteiner Ortsteil Dötting stammende Pfaller. "Vier Völker leben in Dötting, drei in Pförring." Der 27-Jährige, Sachbearbeiter Elektrik in der Instandhaltung bei Audi in Münchsmünster, kam erst 2011 zur Imkerei: "Der Opa meiner Freundin hat mich damals dafür begeistert, in dem Jahr bekam ich mein erstes Bienenvolk." Karl Hagl wohnt in Marching, Pfallers Freundin Susanne Tyroller in Pförring. "Deswegen sind auch drei meiner Völker in Pförring."

Der Hightech-Bienenstand, offiziell Forschungsstation Smart Hobos genannt, ist nun fertig für den Einzug des ersten Bienenvolks. Der Roboter ist verkleidet, damit die später direkt über ihm wohnenden Bienen ihn nicht verdrecken können (siehe unten). Und wenn mal etwas nicht funktioniert, dann ist Pfaller, Spezialist im Bereich Instandhaltung Elektrik für Hightech-Fertigungsanlagen, gleich zur Stelle und seine Arbeit an den Fertigungsanlagen muss mal ruhen.

Noch kann Pfaller sich ganz und gar seiner Arbeit widmen, der Betreuung der Fertigungsanlagen für Druckguss- und Strukturbauteile. Denn das erste Volk zieht erst in ein bis zwei Wochen ein. Dann werden auch seine Besuche in der Forschungsstation nicht mehr so einfach sein wie bisher. "Nur im Notfall gehe ich dann in den Raum", sagt Pfaller. Ein "Notruf" erreicht Pfaller aus Würzburg. Denn dieser Bienenstand ist ein Forschungsprojekt der dortigen Universität in Kooperation mit der Audi-Umweltstiftung. Hartmut Vierle betreut die HoneyBee Online Studies und ist der Kontaktmann für Pfaller.

Das Bienenvolk kommt übrigens aus Franken. "Ja, das Volk stammt aus Würzburg", erzählt Vierle. Er erklärt auch, dass die Königin, um den Wildbau zu ermöglichen, in einer Art "Lockenwickler" im Futtermantel temporär festgehalten und an der Decke befestigt wird. Der Bienenstock werde, sagt Vierle, später einen Radius von rund 60 Zentimeter haben.

Pfaller, der nach einem Sportunfall das Fußballspielen bei FC Wackerstein-Dünzing an den Nagel gehängt hat, fährt nun Rad und joggt. Dem FC ist er dennoch erhalten geblieben: "Ich bin im Ausschuss aktiv, der den Vorstand unterstützt." Trotzdem bleibt nun mehr Zeit für sein Hobby. Wenn Pfaller nicht eingreifen muss, kann er wie alle anderen auch per Internet den Bienen in der Forschungsstation einfach zuschauen. Die Roboterkamera führt derzeit Kreisbewegungen aus. Später lässt sie sich vor Ort steuern, irgendwann sogar von jedermann übers Internet.