Auf dem Gebiet der ehemaligen Kaserne, die derzeit bekanntlich für Flüchtlinge genutzt wird, stehen auf Manchinger Gebiet (rund 30 Hektar) zahlreiche ältere Gebäude aus den 60er-Jahren. Einige davon sind in einem schlechten Zustand, eines sogar einsturzgefährdet. Der Artenschutz auf dem Gebiet ist nach Untersuchungen der Architekten kein großes Problem. Die Infrastruktur biete aufgrund der Verkehrsanbindung durchaus Vorteile. Wegen der Distanz zu bestehenden Siedlungen sei das Gelände als Wohnstandort jedoch ungeeignet. Ziel sei es, Parzellen mit Grünstreifen dazwischen zu entwickeln. Der Markt hat sich die Erstzugriffsoption gesichert, ein Teil der Fläche (neun Hektar) ist bereits freigegeben. Jedoch müsse die weitere Entwicklung des Registrierzentrums im Auge behalten werden. Das Gebiet bildet das einzig größere Flächenpotenzial, das in absehbarer Zeit überhaupt für eine gewerbliche Entwicklung zur Verfügung steht, ohne dass es anderweitige Probleme gibt, wie in anderen Bereichen des Marktes Manching.

Im Zuge des ISEK hat das beauftragte Architektenbüro auch statistische Daten erhoben und ausgewertet. Danach wird sich die Bevölkerung Manchings von derzeit rund 12 500 Bürgern auf rund 14 000 Einwohner im Jahr 2033 erhöhen. Dabei wird entsprechend dem demografischen Wandel die Zahl der Senioren zunehmen, was entsprechenden Wohnraum erforderlich macht. Auch abgesehen davon sind natürlich zusätzliche Wohnungen nötig. Die Experten gehen von einer prognostizierten Fläche von 22 Hektar (netto) Bauland aus, um die Nachfrage decken zu können. Eine weitere Möglichkeit wäre die Nachverdichtung. Potenzial für neue Siedlungsgebiete sehen die Fachleute aber am ehesten in den Ortsteilen. Allerdings werden in den nächsten zehn bis 15 Jahren auch Häuser und Wohnungen frei werden, weil die Bewohner älter werden und ausziehen müssen. Längere Leerstände seien allerdings nicht zu erwarten.

Die Architekten haben dem Gemeinderat etliche andere Aufgaben mit auf den Weg gegeben, wobei sich der Gemeinderat damit jedoch eigentlich schon seit Jahren befasst: mehr Dienstleistung, Stärkung der Ortsmitte durch mehr Geschäfte, Ausbau des ÖPNV oder attraktive Radwege. Auch das Potenzial der umliegenden Natur sollte für die Bürger mehr genutzt werden. Als Schwächen sehen die Fachleute den Lärm, den für Personen nicht nutzbaren Bahnhof, die hohe Versiegelung und das geringe private Engagement für die Häuser im Ortskern. Die Autobahn bezeichneten sie als trennendes Element.