Kösching: "Wir mögen ihn von ganzem Herzen"
Strahlende Gesichter bei der Verleihung des Sozialpreises der SPD-Fraktion im Bezirkstag am Freitagabend im Köschinger Kloster: der Olympiasieger von 1964 Manfred Schnelldorfer (von links), Preisträger Peter Landisch und Fraktionsvorsitzender Michael Asam - Foto: K. Heimisch
Kösching
Der nationale Koordinator für Tennis bei den Special Olympics erhielt am Freitag in Kösching den Sozialpreis der SPD-Bezirkstagsfraktion. Prominentester Gast der großen Feier am Abend im ehemaligen Kloster war Manfred Schnelldorfer, der Olympiasieger im Eiskunstlauf von 1964. Der jetzige Botschafter der Sportbewegung Special Olympics würdigte die „unschätzbaren Leistungen“ von Peter Landisch. „Du hast es geschafft, dass Behinderte und Nichtbehinderte auf Augenhöhe miteinander Tennis spielen“, sagte Schnelldorfer. Er betonte auch den „fantastischen Beitrag“ des 47-jährigen Köschingers für die Special Olympics.

Doch den meisten Beifall erhielt an diesem Abend Markus Protte, der Athletensprecher von Specials Olympics Bayern. „Bei uns Sportlern ist der Peter sehr beliebt. Er ist immer gut drauf und nimmt sich nicht so ernst.“ Im Namen aller Athleten dankte Protte dem Nationaltrainer der deutschen Tennisspieler mit geistiger Behinderung und umarmte ihn.

„Sie arbeiten im Hintergrund mit viel Herzblut.“ So lobte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im oberbayerischen Bezirkstag, Michael Asam, den Preisträger vor rund 80 Gästen. Asam und die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Ursula Bittner übergaben Landisch den mit 1000 Euro dotierten Sozialpreis. Je die Hälfte des Geldes bekommen die Tennisabteilung des TSV Kösching und Special Olympics.

Bescheiden, wie es seine Art ist, nahm der Trainer aus Kösching die Auszeichnung bei der Feier der Genossen entgegen. Da er „kein Mensch vieler Worte sei“, zeigte er lieber einen Film, bei dem Bundespräsident Joachim Gauck die Leistungen der Sportler mit geistiger Behinderung würdigte. „Für mich ist diese Tätigkeit keine Arbeit, sondern ein Hobby, das mir Spaß macht“, machte Landisch deutlich. Er hob das große Engagement der Spieler mit und ohne geistige Behinderung hervor, die der Leiter der TSV-Tennisabteilung seit Langem trainiert.

Wie Ursula Bittner mitteilte, ist Landisch von einer Jury aus SPD-Fraktionsmitgliedern für den Sozialpreis 2013 ausgewählt worden, weil er sich „außergewöhnlich engagiert im Sinne der Inklusion von Menschen mit Behinderung“. Und dies sei den Sozialdemokraten wichtig. SPD-Ortsvereinsvorsitzender Dieter Betz – er hatte Landisch nach einem Bericht im DONAUKURIER für den Preis vorgeschlagen – zeigte sich stolz darüber, dass „unser Peter“ (er ist SPD-Mitglied) geehrt wurde. „Wir brauchen solche stillen Helfer, die Menschen zusammenbringen“, sagte Unterbezirksvorsitzender Sven John.