Kinderpornos gesammelt
Ingolstadt (hri) Die Polizei rückte in aller Frühe an: Es war gerade mal 6 Uhr früh, als über 30 Kräfte der Kripo Ingolstadt in 22 Wohnungen in Ingolstadt und der Region erschienen und die Räume durchsuchten (siehe auch Bayern). Der Vorwurf gegen die 20 Beschuldigten im Alter von 21 bis 71 Jahren, darunter drei Frauen, lautet auf illegalen Besitz von Kinderpornos. Einige der Tatverdächtigen haben bereits Geständnisse abgelegt.

Schlag gegen Kinderpornografie: Körbeweise hat die Polizei gestern und am Dienstag CDs und DVDs sichergestellt und Dutzende von Rechnern zur Untersuchung mitgenommen. "Wir vermuten illegale Dateien darauf", sagte Polizeisprecher Heinz Rindlbacher (Bild) nach der Razzia in der Region. - Foto: Herbert
Der Handel mit Kinderpornografie ist nach Erfahrungen der Ermittlungsbehörde ein "Männerdelikt". Dass diesmal auch drei tatverdächtige Frauen dabei sind, erstaunt deshalb. "Sie sind zumindest die Anschlussinhaber. Möglicherweise sind die fraglichen Bilddateien aber nicht von ihnen selbst, sondern von Familienangehörigen heruntergeladen worden. Das müssen wir im Einzelfall noch feststellen", sagte Heinz Rindlbacher.
Die Razzia war in zwei Durchgängen durchgeführt worden: am Dienstag in zwölf Wohnungen in Ingolstadt sowie gestern in zehn weiteren in Eichstätt, Neuburg, Pfaffenhofen sowie den dazu gehörenden Landkreisen. "Die Beschuldigten stammen aus allen Schichten, vom Arbeiter bis zum Akademiker ist alles dabei", berichtete Rindlbacher.
Eine Berliner Computerfirma hatte den Anstoß für die Aktion gegeben. Die Kinderpornos waren per Internet heimlich über einen ihrer Server getauscht worden. Die Durchsuchung von Tatverdächtigen in anderen Bundesländern ist bereits früher erfolgt.
Von Horst Richter
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