Ingolstadt: Kater nach der Partynacht
Auf den Tanzflächen in der Saturn-Arena war die Stimmung bei den Winterbeats am Samstag durchwegs gut. Anders vor den Eingängen, wo die Gäste teilweise zwei und mehr Stunden warten mussten, um eingelassen zu werden. Die Organisatoren räumen Fehler ein. - Foto: Hauser
Ingolstadt

Es war wohl die größte Party des Jahres in Ingolstadt. Gut 6000 Feierwütige sind am Wochenende in die Saturn-Arena gekommen, um in acht verschiedenen Partyareas mit 50 DJs die Nacht durchzufeiern. Aber es liegt ein Schatten über der siebten Auflage der Winterbeats. Vor allem in den sozialen Netzwerken hagelt es herbe Kritik an der Organisation. Besucher berichten von stundenlangen Wartezeiten vor den Eingängen.

"Mir tut das wahnsinnig leid", sagt Organisator Daniel Melegi gestern im Gespräch mit dem DONAUKURIER und räumt Planungsfehler ein. Schuld an der Misere sei das neue Prozedere für minderjährige Gäste und ihre Begleitpersonen gewesen. Für die wollten sich die Veranstalter besonders viel Zeit nehmen. Sie sollten erfasst werden, um sicherzugehen, dass kein Gast, der jünger als 18 Jahre alt ist, länger als erlaubt auf der Party ist. Nach der erfolgten Registrierung sollten sie sich an den Eingängen anstellen, um sich den obligatorischen Sicherheitskontrollen zu unterziehen. Die Hoffnung war, dass der Einlass so schneller vonstattengeht, da die Registrierung der Minderjährigen bereits erledigt ist. "Das hat sich nach einer guten Idee angehört", sagt Melegi. "Aber wir hätten es lassen sollen."

Der Andrang an dem U-18-Eingang war unerwartet hoch, die Kontrolleure kamen nicht hinterher. Selbst als die Mannschaft verdoppelt worden war, wurden die Wartezeiten kaum kürzer. Bei vielen jungen Gästen und ihren Begleitpersonen, die sich im Anschluss an die Registrierung ein weiteres Mal an einem der drei Kontroll-Eingänge in einer langen Warteschlange wiederfanden, wuchs der Unmut. Vielen riss der Geduldfaden, und sie drängten nach vorne. "Da ging dann die Schubserei los", so Melegi. Eine Besucherin der Winterbeats schreibt in einer E-Mail an den DONAUKURIER: "In eisiger Kälte eingequetscht bin ich fast erdrückt worden."

Auch wenn pro Eingang schließlich zwei Zugänge geöffnet waren, konnte der Ansturm wegen der Sicherheitskontrollen nur langsam abgearbeitet werden. Im Internet berichten Besucher, bis zu zwei Stunden und länger in der Kälte gestanden zu haben, um endlich in die Arena zu gelangen. So manchem war da die Lust bereits vergangen. Einige traten trotz gekaufter Tickets in der Tasche genervt den Heimweg an. Eine Mutter formulierte noch in der Nacht gegen 0.30 Uhr eine E-Mail an den DONAUKURIER, um ihrem Ärger Luft zu machen. "Gerade habe ich meine Tochter (17,5 Jahre) von der Saturn-Arena abgeholt", schreibt sie. "Bei diesen Temperaturen Jugendliche in Partykleidung stundenlang in der Kälte anstehen zu lassen ist mehr als eine Zumutung. Wohlgemerkt mit bezahlten Tickets", heißt es weiter.

Wer nach der Warterei im Inneren seine Jacke abgeben wollte, stand an der Garderobe häufig ein weiteres Mal an. Manchmal vergeblich, da oft kein Bügel mehr frei war. Auch hier ist einiges schief gelaufen, räumt Melegi ein. So seien einige Garderoben - insgesamt gab es zwölf - nicht leicht zu finden gewesen und die direkt am Eingang schnell überlastet. Wegen der niedrigen Temperaturen seien außerdem mehr dicke Jacken und Mäntel abgegeben worden als sonst. Der kalkulierte Platz auf den Kleiderständern hätte deswegen nicht ausgereicht.

Melegi gelobt Besserung. "Wir versprechen allen, die im Schneegestöber frieren mussten, dass es nie wieder so lange Wartezeiten geben wird", schreibt er auf Facebook. Der so genannte U-18-Counter werde wohl wieder abgeschafft, kündigte er gestern gegenüber dem DK an. Dafür soll es mehr Eingänge geben. Jeder Gast solle außerdem mit einem Flyer eine Garderobe zugewiesen bekommen. Wer am Samstag trotz Tickets nicht in die Saturn-Arena gekommen sei, erhält sein Geld zurück, verspricht er. Und: "Die nächsten 365 Tage arbeiten wir daran, dass beim nächsten Mal alles wieder reibungslos klappt."

Die offene Art, mit den Problemen umzugehen, kommt an. Bei den Ersten war der Zorn gestern Abend schon wieder verflogen. Eine Nutzerin schreibt an die Organisatoren der Winterbeats: "Schön, dass ihr das selber gemerkt habt und es ernsthaft besser machen wollt 2017!" Zunächst habe sie überlegt, im kommenden Jahr die Winterbeats nicht mehr zu besuchen. Aber jetzt: "Es sei euch verziehen."