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14.01.2010 20:02 Uhr | 79x gelesen
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Eine Plattform für junge Kunst


Bild: Eine Plattform für junge Kunst . Ingolstadt Ingolstadt (DK) In einer Broschüre gibt der Stadtjugendring erstmals einen Überblick über die vielfältigen kulturellen Angebote für Teenager und Heranwachsende in Ingolstadt. Bei der Präsentation des Heftes in der Fronte 79 zeigten einige junge Frauen und Männer eindrucksvoll ihr künstlerisches Können.

Ingolstadt (DK) In einer Broschüre gibt der Stadtjugendring erstmals einen Überblick über die vielfältigen kulturellen Angebote für Teenager und Heranwachsende in Ingolstadt. Bei der Präsentation des Heftes in der Fronte 79 zeigten einige junge Frauen und Männer eindrucksvoll ihr künstlerisches Können.



Die Jugendkulturszene 2010: Die Teilnehmer, Organisatoren und Unterstützer der vielfältigen Veranstaltungen in diesem Jahr – mit einem Graffiti-Kunstwerk auf Leinwand.
Als am 13. Januar 1782 das berühmte Stück "Die Räuber" des jungen Dramatikers Friedrich Schiller erstmals auf einer Theaterbühne aufgeführt wurde, rümpften viele Zeitgenossen die Nase. Inzwischen zählt der Dichter zweifellos zu den bedeutendsten deutschen Künstlern. "Vielleicht erleben wir schon heute die Klassiker von morgen", spekulierte daher auch Andreas Utz, Vorsitzender des Ingolstädter Stadtjugendrings (SJR), als am Mittwochabend – zufälligerweise ebenfalls ein 13. Januar – in der Fronte 79 ein neues Kunstprojekt für Ingolstadt vorgestellt wurde: die Jugendkulturszene 2010.

"Gerade im Bereich der Jugendkultur artikulieren sich viele Wünsche, Sehnsüchte, Träume und Visionen junger Menschen", erläuterte Kulturreferent Gabriel Engert, warum die Stadt ihre Angebote in diesem Bereich "deutlich" ausgeweitet habe. Auch SJR-Geschäftsführer Stefan Moser betonte die Vielfalt an jugendkulturellen Veranstaltungen und kündigte zum Beispiel das Schulabschlussfest im Klenzepark an, das heuer wie gehabt am letzten Tag vor den Sommerferien mit wahrscheinlich acht Schülerbands stattfinden wird. Im Vordergrund der "etwas anderen Pressekonferenz" am Mittwochabend standen jedoch die jungen Leute selbst. Insgesamt acht verschiedene Initiativen und Projekte präsentierten sich eindrucksvoll in der Fronte.

La Grande Schmierage

Den Auftakt zu dem bunten Reigen machte der Graffiti-Künstler Paul, der Gabriel Engert auch ein Spraydosen-Kunstwerk auf Leinwand überreichte. Der Street-Artist kündigte zudem die Fortsetzung der Veranstaltung La Grande Schmierage an, die erstmals 2007 in der Bahnunterführung Unsernherrn stattfand und heuer am 12. und 13. Juni veranstaltet wird. Auch diesmal, versprechen die Organisatoren, werden einige international bekannte Szenegrößen nach Ingolstadt kommen. Fotos und Filme von der Schmierage2 sollen dann in der Sparkasse ausgestellt werden.

Ebenfalls länderübergreifend ist die prominente Gästeliste der Veranstaltung King of the Streetz No. II am 24. April in der Fronte. Mehr als 100 Tänzerinnen und Tänzer werden bei diesem multikulturellen Tanzwettbewerb gegeneinander antreten. Die Premiere 2009 setzte bereits Maßstäbe in der Breakdance- und House-Szene. Eine Plattform für junge Frauen und Männer, die sich selbst intensiver mit Singen, BeatBox, Rappen, Breakdancen und Graffiti-Sprühen beschäftigen wollen, ist das Projekt Boomtown Raps, an dem sich inzwischen fast 70 Jugendliche aus Ingolstadt sowie den Landkreisen Eichstätt und Pfaffenhofen beteiligen. Das große Festival der Hip-Hop-Szene wird am 30. Oktober stattfinden.

Streetball, eine Variante von Basketball, steht ebenfalls seit Jahren in der Fronte auf dem Programm. Nun wird es am 10. Juli ein großes Turnier beim MTV geben, das der Sportart weiteren Auftrieb in Ingolstadt liefern soll. 2009 erst ins Leben gerufen, hat inzwischen das Film-Fieber in der Fronte einen großen Stellenwert. Allein im vergangenen Jahr sind zwei eindrucksvolle Kurzfilme entstanden, die gekonnt das Lebensgefühl der Ingolstädter Jugendlichen widerspiegeln. Bei einem Festival am 6. November werden die jüngsten Werke präsentiert.

Gemeinsames Spielen

Auch das regelmäßige gemeinsame Spielen gehört zur Jugendkultur. Die Anhänger von Ghostcon zum Beispiel, das auf einem naturalistisch präparierten Spieltisch inszeniert wird, treffen sich sogar zu mehrtägigen Spielemarathons. In 2010 sind derzeit drei große Treffen im Mai, September und Oktober geplant, die auch auswärtige Gäste anlocken. Heuer soll es sogar um die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften gehen. In Kooperation mit der städtischen Sing- und Musikschule stehen auch Workshops für Musiker zwischen zehn und 20 Jahren in den Genres Rock, Pop und Jazz an. Die besten der etwa 60 Jugendlichen und Heranwachsenden werden dann am 18. April in der Fronte bei einem großen Konzert auftreten. Der Maxi-DSL-Bandcontest an diesem Wochenende ist ebenfalls Teil der Jugendkulturszene 2010 (siehe Artikel unten).

Wie wichtig die vielfältigen Initiativen in Ingolstadt sind verdeutlichte zuletzt die Rede von Oberbürgermeister Alfred Lehmann beim Neujahrsempfang: Im Vergleich ist die jüngste bayerische Großstadt auch die Kommune mit einem sehr niedrigen Durchschnittsalter und einer zugleich wachsenden Zahl von Alleinerziehenden. Parallel zu dieser Entwicklung ist auch die Herkunft der Menschen in Ingolstadt außergewöhnlich: Bundesweit haben von den Kindern, die jünger als sechs Jahre sind, 38 Prozent eine Zuwanderungsgeschichte. In Ingolstadt sprechen mehr als die Hälfte der unter Zehnjährigen neben Deutsch eine zweite Muttersprache.


Von Michael Stadik

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