Ingolstadt: Vergebliche Warnung
In Gefahr? Die Wirkung des Neuen Schlosses sehen die Denkmalschützer durch die Hotelpläne beeinträchtigt - Foto: Rössle
Ingolstadt
Die Interessen des Denkmalschutzes seien im Bebauungsplan „nicht berücksichtigt“ worden.

Die Ingolstädter Altstadt sei ein „geschichtlich hochbedeutendes Ensemble“ und müsse in ihrem Erscheinungsbild auch erhalten bleiben. Das Einzelbaudenkmal Neues Schloss, so geben die Kritiker aus München zu bedenken, sei „wesentlicher Träger örtlicher Identität, städtebaulicher Fixpunkt und eines der prägendsten Elemente der Stadtsilhouette“. Die Denkmalschützer warnen davor, dass durch das Neubauprojekt die östliche Ansicht des Schlosses „verdeckt“ werde.

Auch um das benachbarte Kavalier Dallwigk macht das Landesamt für Denkmalpflege sich große Sorgen. „Die authentische Wirkung des Solitärbaus wird durch die angestrebte Höhe des Hotels nachhaltig beeinträchtigt.“ Um die „bauliche Identität“ dieses Denkmals zu wahren, müsse ein Neubauvorhaben „im unmittelbaren Nahbereich des Kavaliers an der Traufkante des Wasserturms orientiert“ sein.

Für die Gießereihalle, in der das neue Kunst- und Designmuseum untergebracht werden soll, fordert die Behörde „die Einhaltung eines angemessenen Abstands“. Das Gebäude biete „als letztes Beispiel die Möglichkeit, den historischen Industriestandort Ingolstadt als Geschichtsdokument greifbar werden zu lassen“.

Der vom Landesamt kritisierte Bebauungsplan für das Gießereigelände wurde kürzlich gegen sieben Stimmen vom Stadtrat beschlossen. Demnächst soll der Bauantrag für das Hotel im Gestaltungsbeirat vorgelegt werden. Das endgültig letzte Wort hat der Stadtentwicklungsausschuss. Das Stadtratsgremium soll im Juli die Genehmigung absegnen.