Ingolstadt: Joyeux Noël und Wesolych Swiat
 
Ingolstadt
Den Tag auf dem Ingolstädter Christkindlmarkt beginnt Jean-Marc Pellegrino gerne mit einem Weißwurstfrühstück. Auch wenn der Keramiker aus Vallauris bei Grasse das erste Mal einen Stand auf dem Ingolstädter Markt betreibt, hat sich dieses Ritual bereits fest etabliert. Die bayerische Spezialität teilt er sich mit seinem Landsmann Gilbert Monnier, der wenige Meter weiter Crêpes und Parfüm verkauft. Auch bei Glühwein kennen die beiden keine Berührungsängste, obwohl sich bei strengen französischen Weinliebhabern die Begeisterung für Zucker und Gewürze im Rebensaft in Grenzen halten dürfte. Monnier, der bereits das vierte Mal in Ingolstadt auf dem Christkindlmarkt zu Gast ist, kredenzt Glühwein mittlerweile selbst seinen Bekannten in Grasse.

Auch Pellegrino findet: „Wenn es kalt ist, gibt es nichts Besseres“ und deutet auf zwei leere Tassen auf dem Tisch in seinem Stand. Da er selber nicht deutsch spricht, hilft ihm eine Ingolstädterin bei der Übersetzung. Sie ist selber Künstlerin und Pellegrino hat sie zum Dank schon in seine Heimat eingeladen, wo er für sie vielleicht eine Ausstellung organisieren kann. Sie erklärt sich außerdem bereit, den Stand zu hüten, damit sich Pellegrino noch das Audi-Museum anschauen kann. Trotz der Sprachbarriere fällt es dem Franzosen nicht schwer, mit den Ingolstädtern in Kontakt zu kommen. Viele machten beim Blick auf seinen Stand erstaunte Gesichter, da auf einem Christkindlmarkt kaum jemand mit den bunten Keramiken rechnet, wie er vermutet.

In seiner Heimat gibt es keine Christkindlmarkt-Tradition, berichtet Pellegrino. Erst seit etwa zehn Jahren werden auch in Frankreich die ersten organisiert. An der Côte d’Azur tut man sich mit dem weihnachtlichen Flair allerdings noch etwas schwer, sagt der Keramikkünstler.

Auch Gilbert Monnier hat eine Übersetzungshilfe. Elena Witzany ist 16 und hilft beim Verkauf von Crêpes und Parfüm. „Die meisten bestellen Crêpe mit Zimt und Zucker“, erklärt die Schülerin.

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