Ja wo tagen sie denn?
Ingolstadt (DK) Für das Gießereigelände beginnt die heiße Planungsphase, heute entscheidet der Stadtrat, wie es weitergeht. Das neue Kongresszentrum soll die städtische Tochtergesellschaft IFG errichten – für rund 25 Millionen Euro. Wobei über die Finanzierung laut IFG-Chef Herbert Lorenz noch nicht entschieden ist.

Der Kongressmanager am Kreuztor: Jürgen Amann rührt seit fünf Jahren die Werbetrommel für den Tagungsort Ingolstadt. Mit Erfolg, wie er angesichts neuer Steigerungsraten sagt. Arch - foto: Herbert
Ingolstadt bietet sich an als Tagungsort – allein schon wegen der zentralen Lage im Schnittpunkt der Achsen München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg. Veranstalter haben die Wahl, ob es nun ein kleines, gemütliches Nebenzimmer eines Hotels in der Altstadt sein soll, das Entwicklungszentrum im SE-Park mit seinem Businesscharakter oder das Neue Schloss, das wegen seines historischen Ambientes geschätzt wird. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Größenmäßig geht es bis zur Tagungsstätte mit einer Kapazität von bis zu 1900 Personen in der Saturn-Arena. Sogar das Kletterzentrum des Alpenvereins am Baggerweg bietet sich als Location an. Beliebteste Örtlichkeit ist und bleibt jedoch das Stadttheater, wobei es fast unmöglich ist, einen Termin zu ergattern, denn der Festsaal ist mit rund 250 Veranstaltungen pro Jahr so gut wie ausgebucht.
Die neue Eventhalle am Westpark schließt nach Auskunft von Kongressmanager Jürgen Amann eine Lücke, die bisher für Veranstaltungen mit 300 bis 500 Teilnehmern bestand. „Das war zu groß für die Kolping-Akademie und zu klein für den Festsaal“, sagt Amann, der seit fünf Jahren für die ITK arbeitet. „Jetzt fehlt uns noch der Lückenschluss für Tagungen ab 350 Personen aufwärts.“
Genau die soll das neue Kongresszentrum auf dem Gießereigelände schließen, dessen großer Saal bis zu 1100 Menschen Platz bietet. „Das ist ein Infrastrukturfaktor, den Ingolstadt sehr braucht. Ein Angebot für die Wirtschaft am Standort Ingolstadt und ein Instrument der Tourismusförderung“, wirbt der Kongressmanager für das neue Projekt.
Ingolstadt habe noch viel Potenzial, meint Amann und verweist auf die weiter steigende Nachfrage als Tagungsort. Im vergangenen Jahr wurden 56 Veranstaltungen unter Beteiligung des Kongressmanagements durchgeführt – ein Fünftel mehr als 2010. Die bayerischen Hebammen etwa hielten ihre Jahrestagung in Ingolstadt ab, ebenso die Arbeitsgemeinschaft der Betreiber thermischer Abfallbehandlungsanlagen, die sich im Neuen Schloss traf. Die Südosteuropagesellschaft veranstaltete sogar eine internationale Konferenz, bei der es um die Zukunft des Donauraumes ging.
So sehr sich der Kongressmanager über Steigerungsraten freut – über seinen Schreibtisch läuft nur ein Bruchteil des Geschäfts. „Das meiste geht direkt über die Hotels“, räumt Amann ein. „Weil wir diesbezüglich keine Daten erhalten, haben wir keinen Gesamteindruck vom Markt.“
Auf Fachforen und Messen, aber auch im Gespräch mit Eventagenturen hat der Kongressmanager im vergangenen Jahr verstärkt für Ingolstadt die Werbetrommel gerührt. In der Branche laufe viel über Mundpropaganda. „Was eine Destination leisten kann, spricht sich intern herum“, so Amann.
Für das erste Halbjahr 2012 hat er bereits den Zukunftskongress der bayerischen Grünen sowie die Jahrstagungen des Deutschen Bühnenvereins und des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbands an Land gezogen.
Von Suzanne Schattenhofer
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