Ingolstadt: Messerummel im April
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Ingolstadt

Es wurde bereits gemunkelt, dass Verbrauchermessen a la miba in Zeiten des Internethandels ein Modell von gestern sind, doch wenn Heinrich Sandner in seine Anmeldelisten für die Hallen und auf die jüngsten Besucherzahlen schaut, kann er recht optimistisch sein: Der Ingolstädter Messeveranstalter, der auch ähnliche Projekte in Regensburg und Schweinfurt durchzieht, sieht sich mit seinem Konzept längst wieder im Aufwind: "Die Leute wollen die persönliche Beratung und einen schnellen Überblick übers Angebot", betont der Unternehmer. Beides, das weiß er, kann er mit seiner Mittelbayerischen Ausstellung bieten.

Und so werden die Ingolstädter und nicht wenige Menschen aus der weiteren Region Anfang April wieder die Angebote von fast 400 Ausstellern in den 15 (beheizten) Zelten und auf dem großen Freigelände dazwischen beschnuppern können. Heinrich Sandner rechnet mit 80 000 Besuchern auf der größten Verkaufsschau zwischen München und Nürnberg, die an allen neun Tagen jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet sein wird. Der Kartenvorverkauf startet im März an den bekannten Verkaufsstellen. Karten dienen zugleich als Tickets für INVG-Busse zur miba.

Zur Eröffnung am 1. April ist Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) angefragt. Ob auch der ebenfalls eingeladene Ministerpräsident Horst Seehofer Zeit haben wird, sich das Messespektakel in seiner Heimatstadt zumindest kurz anzuschauen, steht noch dahin. Sicher werden es sich die Spitzen der Stadt nicht nehmen lassen, das Großereignis zu würdigen - auch wenn der eigene Beitrag dazu diesmal kleiner ausfallen wird (siehe Kasten rechts).

Ansonsten werden erfahrene Besucher sich auch auf der miba 2017 sofort wieder auskennen: Das Grundkonzept ist beibehalten worden, und demnach wird neben dem großen Bewirtungszelt im südwestlichen Eck der Messestadt auch das Ensemble der Hallen so angeordnet sein, dass eine schnelle Orientierung möglich ist. Rein numerisch wird wieder mit der Tierhalle gestartet, in der sich vor allem die örtlichen Kleintierzüchter präsentieren können. Sollten die Auflagen im Zuge der Vogelgrippe-Epidemie im April noch greifen, wird allerdings kein Federvieh gezeigt werden können.

Tierisch geht es auch erneut bei der traditionellen Sonderschau zu: Nachdem hier vor zwei Jahren eine große Dinosaurierausstellung gezeigt wurde, ist diesmal eine Safari durch Südafrika geboten. Ein versierter Aussteller zeigt eine große Sammlung ausgestopfter landestypischer Wildtiere in naturnaher Kulisse. Heinrich Sander: "Wir sorgen auch für Wüstensand in der Halle, aber der kommt aus Kösching."

Die große Bühne für wechselnde künstlerische Darbietungen oder auch publikumswirksame Infoveranstaltungen befindet sich wieder in Halle 2, wo sich auch der DONAUKURIER präsentieren wird. Unmittelbar an die Bühne angeschlossen ist der bewährte Sitzbereich mit Cafeteria. Auch die Tourismusbranche wird sich in dieser Halle präsentieren.

Gesundheitsthemen (mit zahlreichen Forumsveranstaltungen und Vorträgen) in Halle 5, der große Bereich "Bauen und Wohnen" in den Hallen 6 bis 8 und der ebenfalls große Komplex "Haushalt/Nahrung/Genussmittel" in den Hallen 9 bis 11 werden ihr Publikum ebenso wieder finden wie der obligatorische Audi-Stand in Halle 13 (wegen Sparmaßnahmen im Zuge der VW-Krise aller Voraussicht nach aber etwas kleiner als in früheren Jahren). Soziale Vereine und Organisationen werden wieder in Halle 15 zu finden sein.

Der Aufbau für das Großereignis wird sich über mehrere Wochen hinziehen und nach und nach die Parkmöglichkeiten auf dem Volksfestplatz reduzieren. Das erste große Parkfeld im Nordwesten des Platzes wird ab dem 20. Februar für den Verkehr gesperrt.