Ingolstadt: Å koda statt Audi
Sie freuen sich auf die 26. miba, trotz einiger Absagen: Messeveranstalter Heiner Sandner (Mitte), seine Mitarbeiterin Katherina Köhler und Jürgen Köhler, der Leiter des Kulturamts, gestern während der Pressekonferenz im Donauhotel. - Foto: Silvester
Ingolstadt

Der Abgasskandal um Volkswagen und Audi trübt die miba heuer etwas ein. Das bedauert der Messeveranstalter Heiner Sandner sehr. "Da werden einige Mitarbeiter sicher traurig sein", sagte er gestern auf der Pressekonferenz vor dem Start der miba. Aber so sei es leider nun mal. Immerhin stelle das Unternehmen an den zwei miba-Wochenenden erneut seine Parkplätze für Messebesucher zur Verfügung, die von der INVG mit Pendelbussen zum Volksfestplatz und wieder zurückgebracht werden. Diesen Service hob Sandner ausdrücklich hervor. Außerdem werde Audi von den Musikern der werkseigenen Bläserphilharmonie sowie von einem Team der Betriebskrankenkasse repräsentiert. Eine andere Marke aus dem VW-Konzern soll dafür auf der miba um so größer rauskommen: Skoda. Der tschechische Automobil- und Motorenhersteller wird heuer 120 Jahre alt.

Audi muss sparen. Die von Volkswagen auferlegten Milliardenrückstellungen als Konsequenz des Abgas- und Softwareskandals lassen offenbar keine andere Wahl. Dieses Desaster hat weitere unerfreuliche Auswirkungen auf die miba, wie Kulturamtsleiter Jürgen Köhler berichtete: Wegen der schwierigen städtischen Haushaltslage (infolge ausgebliebener Gewerbesteuern aus Wolfsburg) habe man die Zuschüsse für die Partnerstädte kürzen müssen, die Vertreter auf die miba entsenden. Daher hätten leider nur drei der zehn Partnerstädte zugesagt, erzählte Köhler: Carrara (Italien), Kirkcaldy (Schottland) und Opole (Polen). "Da bin ich sehr traurig!", sagte Messemacher Sandner. "Gerade jetzt, wo Europa ein bisschen wackelt, wäre das so wichtig!" 38 Jahre lang sei es "eine der ganz großen Besonderheiten der miba gewesen, dass immer alle Ingolstädter Partnerstädte bei uns zu Gast waren - schade".

Aber er ist sich sicher, dass die Halle 4 dennoch von viel internationalem Flair erfüllt wird. Dazu werden auch Repräsentanten der Mongolei beitragen. Sie wollen ihre Heimat als reizvolles Reiseziel bewerben. Rudi Wagner, ein Schanzer, der starke Freundschaftsbande in dieses Land geknüpft hat, fing schon mal an: Man könne dort von Jurte zu Jurte wandern, mit dem Motorrad fahren oder reiten (auf Pferden wie Kamelen). Und da man in der weiten Steppe manchmal den ganzen Tag niemandem begegne, "kann man auch sehr schön die Ruhe genießen", sagte Wagner. Drei Musikerinnen und ein Musiker des Ensembles Khuhk-Mongol gaben ein kurzes Gastspiel.

Trotz der Absagen wird die miba wieder ein Großereignis mit einer Fülle von Angeboten und Vorführungen. Angemeldet sind über 300 Aussteller aus den Bereichen Dienstleistung, Handel, Handwerk, Gastronomie, Bau, Gesundheit, Medien, Landwirtschaft, Tourismus und weiteren Branchen. Auch Behörden, Vereine und Organisationen präsentieren sich. 38 Prozent der Aussteller kommen aus Ingolstadt und Umgebung, 36 Prozent aus dem übrigen Bayern, 20 Prozent aus anderen Bundesländern, sechs Prozent aus dem Ausland.

Und das Ganze in 13 Messehallen auf rund 35 000 Quadratmetern (die Außenfläche auf dem Volksfestplatz mitgezählt). Die miba sei damit "ein wichtiges Ereignis für Ingolstadt, das auch der Belebung der Innenstadt dient", sagte Sandner. Eine Umfrage habe ergeben, dass 72 Prozent der Besucher "nicht aus dem näheren Ingolstädter Umland kommen". Wenn ein Teil von ihnen auch die Stadt kennenlernen wolle, wäre das ein Gewinn. Es sei deshalb ein Ziel der miba, die Gäste vom Reiz der Stadt zu überzeugen.

Attraktionen auf der miba - eine Auswahl

 

Traditionelle Tierhalle: Ein miba-Klassiker darf nicht fehlen: die große Welt der Tiere in Halle 1. „Wie ein kleiner Bauernhof mitten in der Stadt“, sagte Messeveranstalter Heiner Sandner. Mit einem Streichelzoo. Und jetzt auch wieder mit Geflügel. Regionale Anbieter präsentieren ihre Naturprodukte. Karl-Heinz Kraft aus Pförring lässt in einem Teich unter anderem edle Zierfische wie Kois schwimmen, die er in Japan gekauft hat. Kois seien dann besonders wertvoll, wenn sie eine gute Anatomie haben. „Und ihre Farben müssen exzellent abgegrenzt sein“, erklärte Kraft. Auch Störe lässt er auf der miba zu Wasser. Sehr sehenswerte Fische, erzählte er. Es sei schon passiert, dass da ein Kind rufe: „Ui, a Hai!“ Noch ein Wort Sandners zum Streichelzoo: „Den Tieren geht es dort hervorragend! Das ist für die wie Urlaub mit Menschen.“

Polizei: Das Präsidium Oberbayern Nord bietet (heuer in Halle 2) wieder kriminalpolizeiliche Beratung an (besonders gefragt: Schutz gegen Einbrecher) und Informationen über Verkehrssicherheit (mit Simulator). Die Beamten zeigen sichergestellte Waffen, Polizeihunde führen ihr Können vor. Die Kollegen seien in ihrer neuen blauen Dienstkleidung präsent, teilte Polizeisprecher Günther Beck mit.

DONAUKURIER: Auch der DK ist natürlich mit einem Stand vertreten. Besucher können im Zeitungsarchiv stöbern und zwei Sonderdrucke sowie das neue Hinterkaifeck-Buch erwerben. n Digitalisierung: Das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung führt auf der miba neue Möglichkeiten der Visualisierung vor, etwa dreidimensionale Stadtansichten und exakte Gebäudemodelle, kündigte Amtsleiter Johann Freund an.

African Wildlife: In der Halle 14 können die Besucher in einer Sonderschau über Afrika die Tierwelt in der Savanne „in ihrer einzigartigen Vielfalt hautnah erleben“.

Zeiten: Die miba ist von 1. bis 9. April täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.