Mittwoch, 30.05.2012 |

 

12.12.2011 20:08 Uhr | 887x gelesen
Drucken Text vergrößern

Zahltag bei jedem Arzttermin?


Bild: Zahltag bei jedem Arzttermin?. Ingolstadt Ingolstadt (DK) Es gehört zum täglichen Ritual in der Arztpraxis: Patienten, die bei der Anmeldung mit der Versichertenkarte den Geldbeutel zücken. Seit 2004 werden für gesetzlich Versicherte pro Quartal zehn Euro fällig. Jetzt soll die Praxisgebühr auf den Prüfstand. Was sagen Ärzte und Patienten in Ingolstadt dazu

Ingolstadt (DK) Es gehört zum täglichen Ritual in der Arztpraxis: Patienten, die bei der Anmeldung mit der Versichertenkarte den Geldbeutel zücken. Seit 2004 werden für gesetzlich Versicherte pro Quartal zehn Euro fällig. Jetzt soll die Praxisgebühr auf den Prüfstand. Was sagen Ärzte und Patienten in Ingolstadt dazu


Ingolstadt: Zahltag bei jedem Arzttermin?
Erst Geld, dann Untersuchung: Nach Überlegungen der schwarz-gelben Koalition könnte die Praxisgebühr künftig bei jedem Arztbesuch anfallen. Dann wären es allerdings nur fünf Euro - Foto: Rössle
Ein neuer Vorstoß aus der Regierungskoalition, der am Wochenende bekanntwurde, stößt bei Medizinern aus Ingolstadt auf unterschiedliche Resonanz. Das schwarz-gelbe Bündnis denkt darüber nach, die Praxisgebühr in ihrer bisherigen Form abzuschaffen. Sie habe nicht, wie erhofft, zu weniger Arztbesuchen geführt. Was nicht heißen soll, dass es künftig keine Praxisgebühr mehr geben wird. Vielmehr ist eine Kontaktpauschale von fünf Euro im Gespräch. Der gesetzlich versicherte Patient müsste dann künftig statt einmal im Quartal zehn, bei jedem Arztbesuch fünf Euro hinblättern.

Hausärztesprecher Anton Böhm wirkt zunehmend resigniert. „Will man jetzt noch die letzten Ärzte vertreiben“, antwortet er auf die Frage, wie er eine solche Praxisgebühr-Pauschale beurteilt. „Das gibt ja dann noch mehr Bürokratie.“ Schon jetzt sei der Aufwand für die einzelnen Arztpraxen immens. Gerade ältere Patienten müsse man oft mehrmals anmahnen. Als Möglichkeit der Regulierung sei die Praxisgebühr „völlig ungeeignet“.

Ähnlicher Meinung ist der Kardiologe Bernhard Kehrwald. Er setzt vielmehr auf das Hausarztmodell. „Fast 100 Prozent meiner Patienten kommen vom Hausarzt.“ Seine Meinung: „Man sollte die Praxisgebühr abschaffen.“

Liberaler, was die Reformpläne anbelangt, äußert sich Sigurd Eisenkeil, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Ingolstadt-Eichstätt. „In Deutschland“, sagt er, „gehen die Menschen deutlich öfter zum Arzt als in anderen Ländern. Trotzdem sind sie nicht gesünder.“ Das bisherige Modell, meint er, habe nur in einem Fall erkennbare Verbesserungen gebracht: im ärztlichen Bereitschaftsdienst. Hier seien seit Einführung der Praxisgebühr die Patientenkontakte deutlich zurückgegangen. Das Prinzip Selbstbeteiligung als Steuerungselement sei grundsätzlich vernünftig. Nur müsse es sozial abgefedert werden – durch Befreiungen für sozial Schwache und für chronisch Kranke etwa.

Die Gebühr ist 2004 eingeführt worden.

| 1 | 2 | >>

Von Ruth Stückle
 
Mehr zum Thema

Artikel weiterempfehlen  Empfehlen Artikel verlinken  Artikel verlinken

Wenn Sie diesen Artikel von donaukurier.de verlinken möchten, können Sie einfach folgenden HTML-Code verwenden:

 

Drucken  Drucken  Leserbrief schreiben   Leserbrief Kommentare lesen/schreiben  Kommentieren

Kommentare

Symbol = Kommentar melden= Kommentar melden
Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. mehr
FrageAntwort von   bamsi | 13.12.2011 21:30 Diesen Kommentar melden
Bussgeld

Ob die Ärzte eine erhöhte Bürokratie befürchten ist mir egal.Denn das ist in meinen Augen nicht das Problem, sondern die Verdummung der Bevölkerung. Jeder regt sich darüber auf, wenn er ein Bussgelbescheid bekommt. Hier wird jeder Mensch, der es wagt einen Arzt aufzusuchen unter den Generalverdacht gestellt, zu Unrecht eine Versicherungsleistung in Anspruch zu nehmen.Und dementsprechend mit einem Bussgeld belegt.Die Ärzte regen sich über zuviel Bürokratie auf, den Patienten bleibt nichts anderes übrig als das zu schlucken? Warum eigentlich?


FrageAntwort von   Kleph  (36) | 13.12.2011 13:29 Diesen Kommentar melden
Catrinbernd

Einerseits geht es ursächlich um die Praxisgebühr zu 10€ bzw. deren Reformierung. Sollte ihnen dies entgangen sein?

Wenn natürlich der Einsatz beschränkter Mittel zu der Erkenntnis führt, dass Zitate aus den Unterlagen der Kassenärztlichen Vereinigung, des Bayerischen Hausärzteverbandes und des deutschen Hausärzteverbandes oder der Ärztezeitung ein unqualifizierter Angriff gegen die "Ärzte" an sich darstellt, dann ist es natürlich auch kein Wunder dass der Patient mittlerweile so verdummt wurde, dass er alles glaubt, was Ärztesprecher entgegen ihren eigenem Kenntnisstand ausblubbern.


FrageAntwort von   bernd 2 | 13.12.2011 12:07 Diesen Kommentar melden
falsch,Fälscher -kleph

Es geht hier um die 5 Euro Praxisgebühr .Ihr Thema war der unqualifizierte Angriff gegen die Ärzte die angeblich so furchtbar reich sind .Rumjammern tun die die ihr Wissen aus allen möglichen Zeitungen und Fachblättern beziehen .Es ist nun einmal so ,die Praxisgebühr muß weg .Bürokratie muß auf das machbare beschränkt werden sonst wird der Patient am Ende der Verlierer sein .
Frohe Weihnachten .


FrageAntwort von   hjb | 13.12.2011 11:20 Diesen Kommentar melden
beschämender Irrsinn!

Was ist das nur für ein Politikergesindel, die die Praxisgebühr damit begründen, die Kranken vom Arztbesuch abzuhalten. Es ist doch pervers zu glauben, man setzt sich aus Vergnügen und Langeweile in die Wartezimmer. Welches Volk vertreten eigentlich diese sogenannten gewählten Volksvertreter? Und wieder sucht man nach Wegen, dem Bürger in die Tasche zu greifen. Nur weiter so!


FrageAntwort von   Kleph  (36) | 13.12.2011 11:17 Diesen Kommentar melden
falsch, Fälscher

Wollen sie jetzt jedem widerlegtem Argument ein neues anfügen?

Ihr Thema war ".Ist Ihnen entgangen wieviel Hausarztpraxen dicht gemacht haben ?Jahrzehnte alte
Praxen wo der Hausarzt noch Familienarzt war"

In ganz Bayern sind 2010 lt. Ärztezeitung nur ca. 70 Praxen dicht gemacht worden, weil sich kein Nachfolger fand.

Ein wahres Sterben , da der Bayerische Hausärzteverband ca. 7000 Mitglieder bei einem Organisationsgrad, lt. eigener Aussage, bei 75% hat.

Also ca. 10.000 Hausärzte von denen tatsächlich 70 über die Wupper sind.

Lt. KVB ist das Problem bei der Praxisnachfolge , " dass junge Ärzte oft nicht auf das soziale Umfeld verzichten wollen, das sie sich aufgebaut haben."

Junge Abwanderer:
Laut BR: "93 Prozent der Planungsbezirke gelten lt. der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) als überversorgt. In den verbleibenden Regionen herrscht Regelversorgung. Eine Unterversorgung gibt es in Bayern laut Statistik also nicht."

Ist wohl eher der Grund der Auswanderung .




FrageAntwort von   bernd 2 | 13.12.2011 09:04 Diesen Kommentar melden
Teilweise falsch ,

Arztpraxen schließen nicht nur wegen der Altersgrenze .
Es sind auch junge Ärzte die von den dauernden Neuerungen die Nase voll haben .Entweder schließen die sich Zusammen oder gehen in das Ausland .Bürokratie darf nicht die Arbeit am Patienten einengen .Fragen sie auch mal die Landärzte u.a..Schauen sie einmal nach Italien-Spanien usw.,da ist die Qualität des Gesundheitswesen sehr schlecht .Noch können wir zufrieden sein .Wie lange ?


FrageAntwort von   Kleph  (36) | 13.12.2011 08:39 Diesen Kommentar melden
Nur kein Neid ...

auf was oder wen denn Neid?

Auf Ärzte?

Natürlich schliessen Jahrzente alte Arztpraxen! Aber doch nicht wegen Armut. Sowas nennt sich Altersgrenze.

Und wenn dann noch abgehobene Abstandszahlungen durch den Besitzer zur Vergoldung seines Ruhestandes eingefordert werden, dann übernimmt halt kein junger Arzt.

Aber wie wir aus dem DK wissen (seit der letzten Jammerlappenberichterstattung aus Schrobenhausen)
betrifft dies auch nur max. 1/10 der altersbedingten Schließungen.

Vielleicht sollte die Kapitalabschöpfung der kassenärztlichen Selbstverwaltung für Leistungen die dem Patienten nicht zu Gute kommen, stärker kontrolliert werden.

Aber das Wehklagen wäre wieder unerträglich.

Hier hat doch erst kürzlich einer gesagt, "Was laut und unangenehm für die Politik ist, hat gute Chancen schnell umgesetzt zu werden!"

Also: Warum ist der ärztliche Berufsstand immer so "marktschreierisch"?


FrageAntwort von   bernd 2 | 13.12.2011 07:35 Diesen Kommentar melden
Kleph ?

Nur keinen Neid .Ist Ihnen entgangen wieviel Hausarztpraxen dicht gemacht haben ?Jahrzehnte alte
Praxen wo der Hausarzt noch Familienarzt war !Nur mit Gemeinschaftspraxen halten die sich über Wasser .Fachärzte die in das Ausland gehen ,weil u.a. auch die Nebenkosten nicht mehr tragbar sind .Einige wenige Ärzte denen es sehr gut sollten sie nicht als Maßstab nehmen .Am Ende stehen die Patienten ,die sind die Ange.......


FrageAntwort von   Kleph  (36) | 12.12.2011 22:52 Diesen Kommentar melden
Zahlen müssen von den Ärzten kommen.

Wie sonst kann es angehen, dass 2,5 Milliarden "Inkasso-Dienstleistungen" kleiner sind als die Bürokratiekosten, welche daraus den Ärzten entstehen!

Und noch kein Arzt ist deshalb Pleite gegangen ...

Und die, die am lautesten schreien, scheinen auch keine finanziellen Engpässe zu haben.
- mehrere Praxen mit fast einem Dutzend angestellter Ärzte am Start, eine Jagd gepachtet, fetter Geländewagen. So eine Knarre kostet auch mal locker 5000 Euro. Und ob er nur eine hat, ist fraglich. Alles für den Spass.

Aber rumjammern der Anton B. , natürlich nur als Sprecher für die anderen armen "Hunde".


FrageAntwort von   bernd 2 | 12.12.2011 21:22 Diesen Kommentar melden
Scheibchen für Scheibchen

wird das gesundheitliche System zerstört .Mir sagte vor Jahren ein erfahrener Urologe ,daß wir in Deutschland ein Gesundheitssystem wie in Südeuropa erwarten können .Er hat recht gehabt .Ich kenne Süditalien sehr gut .
Weg mit der Praxisgebühr !Man spürt doch jetzt schon wie Hausärzte etc. durch die Krankenkassen unter Druck geraten .Woher sind eigentlich die Zahlen ,daß wir zuviel zum Arzt gehen .Lieber tot als Vorsorge ????


 

Um Artikel kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Jetzt kostenlos Community-Mitglied werden und mitmachen!

Benutzername  
Passwort      
Noch keinen Zugang?
Jetzt kostenlos registrieren!
Anmeldung über Cookie merken

 
 


Weitere ThemenRSS-Feed abonnieren
Geschlossene Front gegen Seehofer
Der FC 04 setzt alles auf eine Karte
Ein besonderer Feiertag
Ein Ballon bis nach Bremen
IFG-Chef gesucht
Kletterwand und Hangrutsche
Marktplatzneugestaltung rückt näher
Eins für zwei
Herr Mario sucht das Glück
Ein "Herr-und-Knecht-Prinzip"
Mehr Erdgas an der Tankstelle
Gute Chancen
Streit um Biotop
Erfolgreiche Jungmanager
Endlich eine gute Idee
 

 



>