Zahltag bei jedem Arzttermin?
Ingolstadt (DK) Es gehört zum täglichen Ritual in der Arztpraxis: Patienten, die bei der Anmeldung mit der Versichertenkarte den Geldbeutel zücken. Seit 2004 werden für gesetzlich Versicherte pro Quartal zehn Euro fällig. Jetzt soll die Praxisgebühr auf den Prüfstand. Was sagen Ärzte und Patienten in Ingolstadt dazu

Erst Geld, dann Untersuchung: Nach Überlegungen der schwarz-gelben Koalition könnte die Praxisgebühr künftig bei jedem Arztbesuch anfallen. Dann wären es allerdings nur fünf Euro - Foto: Rössle
Hausärztesprecher Anton Böhm wirkt zunehmend resigniert. „Will man jetzt noch die letzten Ärzte vertreiben“, antwortet er auf die Frage, wie er eine solche Praxisgebühr-Pauschale beurteilt. „Das gibt ja dann noch mehr Bürokratie.“ Schon jetzt sei der Aufwand für die einzelnen Arztpraxen immens. Gerade ältere Patienten müsse man oft mehrmals anmahnen. Als Möglichkeit der Regulierung sei die Praxisgebühr „völlig ungeeignet“.
Ähnlicher Meinung ist der Kardiologe Bernhard Kehrwald. Er setzt vielmehr auf das Hausarztmodell. „Fast 100 Prozent meiner Patienten kommen vom Hausarzt.“ Seine Meinung: „Man sollte die Praxisgebühr abschaffen.“
Liberaler, was die Reformpläne anbelangt, äußert sich Sigurd Eisenkeil, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Ingolstadt-Eichstätt. „In Deutschland“, sagt er, „gehen die Menschen deutlich öfter zum Arzt als in anderen Ländern. Trotzdem sind sie nicht gesünder.“ Das bisherige Modell, meint er, habe nur in einem Fall erkennbare Verbesserungen gebracht: im ärztlichen Bereitschaftsdienst. Hier seien seit Einführung der Praxisgebühr die Patientenkontakte deutlich zurückgegangen. Das Prinzip Selbstbeteiligung als Steuerungselement sei grundsätzlich vernünftig. Nur müsse es sozial abgefedert werden – durch Befreiungen für sozial Schwache und für chronisch Kranke etwa.
Die Gebühr ist 2004 eingeführt worden.
Von Ruth Stückle
Kommentare
Wenn natürlich der Einsatz beschränkter Mittel zu der Erkenntnis führt, dass Zitate aus den Unterlagen der Kassenärztlichen Vereinigung, des Bayerischen Hausärzteverbandes und des deutschen Hausärzteverbandes oder der Ärztezeitung ein unqualifizierter Angriff gegen die "Ärzte" an sich darstellt, dann ist es natürlich auch kein Wunder dass der Patient mittlerweile so verdummt wurde, dass er alles glaubt, was Ärztesprecher entgegen ihren eigenem Kenntnisstand ausblubbern.
Frohe Weihnachten .
Ihr Thema war ".Ist Ihnen entgangen wieviel Hausarztpraxen dicht gemacht haben ?Jahrzehnte alte
Praxen wo der Hausarzt noch Familienarzt war"
In ganz Bayern sind 2010 lt. Ärztezeitung nur ca. 70 Praxen dicht gemacht worden, weil sich kein Nachfolger fand.
Ein wahres Sterben , da der Bayerische Hausärzteverband ca. 7000 Mitglieder bei einem Organisationsgrad, lt. eigener Aussage, bei 75% hat.
Also ca. 10.000 Hausärzte von denen tatsächlich 70 über die Wupper sind.
Lt. KVB ist das Problem bei der Praxisnachfolge , " dass junge Ärzte oft nicht auf das soziale Umfeld verzichten wollen, das sie sich aufgebaut haben."
Junge Abwanderer:
Laut BR: "93 Prozent der Planungsbezirke gelten lt. der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) als überversorgt. In den verbleibenden Regionen herrscht Regelversorgung. Eine Unterversorgung gibt es in Bayern laut Statistik also nicht."
Ist wohl eher der Grund der Auswanderung .
Es sind auch junge Ärzte die von den dauernden Neuerungen die Nase voll haben .Entweder schließen die sich Zusammen oder gehen in das Ausland .Bürokratie darf nicht die Arbeit am Patienten einengen .Fragen sie auch mal die Landärzte u.a..Schauen sie einmal nach Italien-Spanien usw.,da ist die Qualität des Gesundheitswesen sehr schlecht .Noch können wir zufrieden sein .Wie lange ?
Auf Ärzte?
Natürlich schliessen Jahrzente alte Arztpraxen! Aber doch nicht wegen Armut. Sowas nennt sich Altersgrenze.
Und wenn dann noch abgehobene Abstandszahlungen durch den Besitzer zur Vergoldung seines Ruhestandes eingefordert werden, dann übernimmt halt kein junger Arzt.
Aber wie wir aus dem DK wissen (seit der letzten Jammerlappenberichterstattung aus Schrobenhausen)
betrifft dies auch nur max. 1/10 der altersbedingten Schließungen.
Vielleicht sollte die Kapitalabschöpfung der kassenärztlichen Selbstverwaltung für Leistungen die dem Patienten nicht zu Gute kommen, stärker kontrolliert werden.
Aber das Wehklagen wäre wieder unerträglich.
Hier hat doch erst kürzlich einer gesagt, "Was laut und unangenehm für die Politik ist, hat gute Chancen schnell umgesetzt zu werden!"
Also: Warum ist der ärztliche Berufsstand immer so "marktschreierisch"?
Praxen wo der Hausarzt noch Familienarzt war !Nur mit Gemeinschaftspraxen halten die sich über Wasser .Fachärzte die in das Ausland gehen ,weil u.a. auch die Nebenkosten nicht mehr tragbar sind .Einige wenige Ärzte denen es sehr gut sollten sie nicht als Maßstab nehmen .Am Ende stehen die Patienten ,die sind die Ange.......
Und noch kein Arzt ist deshalb Pleite gegangen ...
Und die, die am lautesten schreien, scheinen auch keine finanziellen Engpässe zu haben.
- mehrere Praxen mit fast einem Dutzend angestellter Ärzte am Start, eine Jagd gepachtet, fetter Geländewagen. So eine Knarre kostet auch mal locker 5000 Euro. Und ob er nur eine hat, ist fraglich. Alles für den Spass.
Aber rumjammern der Anton B. , natürlich nur als Sprecher für die anderen armen "Hunde".
Weg mit der Praxisgebühr !Man spürt doch jetzt schon wie Hausärzte etc. durch die Krankenkassen unter Druck geraten .Woher sind eigentlich die Zahlen ,daß wir zuviel zum Arzt gehen .Lieber tot als Vorsorge ????
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