Ingolstadt: Einkauf ohne Plastikmüll: Kathrin Mantel (von links), Simon Stapf und Barbara Cremerius haben zusammen mit Andreas Kuhn die Firma "nurINpur" gegründet. Zusammen wollen sie einen Supermarkt eröffnen, in dem man Produkte unverpackt einkaufen kann.
Einkauf ohne Plastikmüll: Kathrin Mantel (von links), Simon Stapf und Barbara Cremerius haben zusammen mit Andreas Kuhn die Firma "nurINpur" gegründet. Zusammen wollen sie einen Supermarkt eröffnen, in dem man Produkte unverpackt einkaufen kann.
Möschl
Ingolstadt

Ihr Ziel ist es, in Ingolstadt einen Laden zu eröffnen, der sein Sortiment unverpackt verkauft. Die Produkte sollen sich in Spendern befinden, aus denen Kunden die benötigten Mengen selbst abfüllen können. Hierfür können sie eigene Gefäße mitbringen oder über ein Pfandsystem Gläser entleihen. Neben Drogerieprodukten und Lebensmitteln mit längerer Haltbarkeit wie Nudeln oder Mehl soll es auch frische Produkte wie Milch oder Käse im Angebot geben, Fleisch soll auf Vorbestellung verkauft werden.

"In anderen Städten wie Berlin ist das Konzept bereits seit Jahren erfolgreich", erzählt Simon Stapf, Geschäftsführer des Unternehmens. Auch für Ingolstadt scheinen die Aussichten gut zu sein: Die Crowdfunding-Kampagne, mit der die Gründer einen Teil des benötigten Kapitals finanzieren wollten, stieß mit bisher über 260 Unterstützern auf gute Resonanz. Beim Crowdfunding gibt es festgelegte Zielbeträge an Spenden; mit Hilfe einer Internetplattform können Interessierte ein Projekt mit einem Geldbetrag unterstützen. Als Gegenleistung erhalten Unterstützer je nach Höhe der gespendeten Summe ein Dankeschön. Seinen ersten Zielbetrag von 22 000 Euro hat "nurINpur" am vergangenen Wochenende erreicht. "Damit können wir die Grundausstattung finanzieren", berichtet Stapf. Das zweite Ziel liege bei 35 000 Euro, die Crowdfunding-Kampagne endet am Sonntag. "Wir sehen den Laden als ein Gemeinschaftsprojekt. Die breite Unterstützung zeigt uns, dass in der Stadt durchaus Interesse vorhanden ist."

Die derzeit größte Herausforderung seien die passenden Räumlichkeiten. "Wichtig ist, dass wir gut erreichbar sind und es ausreichend Parkmöglichkeiten in der Nähe gibt", sagt Kathrin Mantel. Außerdem müsse genug Verkaufsfläche vorhanden sein, da auch ein kleiner Cafébereich angedacht ist. "Falls wir bald einen passenden Ort finden, könnten wir unseren Laden Ende März oder Anfang April öffnen", so Mantel. Auch mit Großhändlern stehe man bereits im Kontakt. Dabei werde besonderer Wert auf Regionalität gelegt. "Außerdem ist uns Transparenz sehr wichtig", betont Barbara Cremerius. Der Kunde solle nachvollziehen können, woher die Produkte stammen. "Ich bin mir sicher, dass die Zeit reif ist für unsere Idee." Großen Gewinn erwarten sich die Gründer aus dem Projekt nicht, fügt Stapf an. "In der freien Wirtschaft würde man sicherlich mehr verdienen, aber der Laden ist nun mal eine Herzensangelegenheit."