Ingolstadt: Das Ende der Buckelpiste
Buckelpiste Am Lohgraben: Noch in diesem Jahr soll die Sanierung der Straße im Ingolstädter Süden beginnen. Auf der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses wurden die Anwohner informiert. - Foto: Hauser
Ingolstadt

Ingolstadt (DK) Dass die Straße Am Lohgraben saniert werden muss, kann jeder bestätigen, der sie einmal entlanggegangen oder -gefahren ist. Die zahlreichen Anwohner, die zu der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Münchener Straße gekommen waren, wollten das auch nicht in Zweifel ziehen. Sie interessierten sich dafür, wie lange sie mit einer Baustelle vor der Haustüre leben müssen, wie lange die Straße gesperrt wird und wie viel sie für den Ausbau zu zahlen haben.

All diese Fragen beantwortete Tiefbauamtsleiter Walter Hoferer, der mit seinen Kollegen Elke Eberl und Jörg Meschendörfer zur Sitzung gekommen war, ausführlich. Wie bei Anwohnerstraßen üblich, werden 80 Prozent der Gesamtkosten von rund 230.000 Euro auf die Anlieger umgelegt. 20 Prozent übernimmt die Stadt. Da der Grünstreifen, in dem der Graben entlang der Straße verläuft, städtischer Grund ist, wird die Kommune ein weiteres Mal als Anwohner zur Kasse gebeten. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen, dann werden die Anwohner wohl "ein paar Monate" nicht zu ihren Zufahrten gelangen, sagt Hoferer.

Die Straße ist in den vergangenen 40 Jahren immer wieder ausgebessert worden. Jetzt aber lassen sich die Schäden "nicht mehr kaschieren", wie Hoferer sagt. Die Straße liege auf einem feuchten, sehr weichen Untergrund. Bei der anstehenden Ausbesserung wird deswegen auf ein Verfahren zurückgegriffen, das etwa im Donaumoos breite Anwendung findet: Unter dem Fahrbahnbelag wird ein Vlies verlegt, das der Konstruktion darüber zusätzliche Stabilität verleiht, wenn der feuchte Untergrund in Bewegung gerät. "Die Straße wird fast schon schwimmend verlegt", so Hoferer.

Nachdem der Tagesordnungspunkt abgehandelt war, verließen die Anwohner geschlossen die Sitzung, obwohl im weiteren Verlauf der Sitzung durchaus noch interessante Themen angesprochen wurden.

So liegen seit einiger Zeit die Ergebnisse der Geschwindigkeitskontrollen vor, die in den vergangenen Wochen im Quartier vorgenommen worden sind. BZA-Vorsitzender Martin Dick beschäftigt vor allem das Resultat aus der Straße Auf der Höhe. "Katastrophal", nannte er, dass - selbst wenn die Radler einberechnet werden - die ermittelte Durchschnittsgeschwindigkeit aller Fahrzeuge jeden Tag über den erlaubten 30 Kilometern pro Stunde liege. Regelmäßig brettern Autofahrer mit knapp 80 durch die Straße. "Diese Ergebnisse interessieren sicher auch die Polizei", so Dick.

Die Antonschule kann sich auf eine neue Beleuchtungsanlage für die Theaterbühne freuen. Der BZA beschloss die Übernahme der veranschlagten Kosten von 4000 Euro. Auch für ein Trampolin für die Grundschule Unsernherrn, Kostenpunkt: 6000 Euro, gab es eine Mehrheit.

Deutlich mehr, nämlich 50.000 Euro, hat der BZA bereits für das Haushaltsjahr 2015 für die geplante Außenanlage des Jugendtrendsportzentrums in der Halle 9 eingestellt. Auf dem Areal, das teilweise der Deutschen Bahn gehört, sollen eine Boulderanlage, ein Streetballplatz und einige Hindernisse für Skater errichtet werden. Allerdings wurde sich die Stadt mit der Bahn bei den Grundstücksverhandlungen offenbar nicht einig. Das Projekt wurde verschoben, die bereitgestellten Mittel aus dem Haushaltsjahr 2015 nach 2016 übertragen. Dann wurde es aber auch im vergangenen Jahr nichts mit der Sportanlage. Die Verwaltung prüft jetzt Möglichkeiten, die bereitgestellten 50.000 Euro um noch ein Jahr zu schieben.

Bei zwei weiteren Projekten, die der BZA Münchener Straße in der Vergangenheit unterstützt hat, ist offenbar noch nichts vorangegangen, weswegen das Gremium jetzt um Sachstandsberichte bittet. Hinter der Kita Grüne Insel sollten zwei Straßenlaternen den dunklen Fußweg erhellen, beschloss der Bezirksausschuss im Oktober 2014. Noch stehen sie aber nicht. Gleiches gilt für die Laterne, die eigentlich schon 2013 an der Sandrachbrücke in Unsernherrn errichtet werden sollte.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der BZA nach wie vor angesichts der Taubenprobleme im Bahnhofsviertel. Mehrmals hat sich das Gremium in den vergangenen Jahren für die Errichtung eines Taubenturms ausgesprochen, Experten gehört und sich mit Anwohnerbeschwerden auseinandergesetzt. Wirkungsvolle Maßnahmen sind bisher aber nicht ergriffen worden. Stattdessen ist das Problem zuletzt immer schlimmer geworden. "Mit Nachdruck" fordert der BZA jetzt einstimmig, "sich der Sache endlich anzunehmen".