Mittwoch, 30.05.2012 |

 

22.02.2012 20:02 Uhr | 204x gelesen
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Tierische Konkurrenz


Bild: Tierische Konkurrenz. Ingolstadt Ingolstadt (DK) Hungrige Biber nagen im Hopfenwehrl an etlichen Bäumen – und an den Nerven der Waldgenossenschaft Gerolfing. Besonders groß ist das Bedauern um eine mächtige Eiche. Allerdings gibt es Schadenersatz.

Ingolstadt (DK) Hungrige Biber nagen im Hopfenwehrl an etlichen Bäumen – und an den Nerven der Waldgenossenschaft Gerolfing. Besonders groß ist das Bedauern um eine mächtige Eiche. Allerdings gibt es Schadenersatz.


Ingolstadt: Tierische Konkurrenz
Geduldiger Nager: Seit Wochen bearbeiten Biber diese mächtige Eiche an einer Lohe unweit des Baggersees. Martin Ganser und Anton Meierbeck von der Waldgenossenschaft Gerolfing sehen es mit Sorge - Foto: Hauser
Meist bleibt der Übeltäter unsichtbar. „Ich habe noch keinen Biber gesehen“, sagt Martin Ganser, Vorstandsmitglied der Waldgenossenschaft Gerolfing. Anton Meierbeck hat einmal einen kurzen Blick erhascht. „Er hat einen Salto im Wasser geschlagen und war weg.“ Nicht zu übersehen sind dagegen die Schäden, die der Nager bei seinen nächtlichen Ausflügen im Bestand der Waldbesitzer hinterlässt. An einer Lohe im Hopfenwehrl zwischen Rotem Gries und Baggersee hat er praktisch alle jungen Bäume gefällt. „In den letzten Jahren ist es schlimm geworden“, findet Ganser. Dabei hat er nicht grundsätzlich etwas gegen die Nager, die nach ihrer Ausrottung Mitte der 1960er Jahre vom Bund Naturschutz wieder eingebürgert wurden und sich seither munter vermehren. „Es muss halt im Rahmen bleiben“, findet Meierbeck. Die Forderung ist deswegen klar: Nicht wieder ausrotten, aber dezimieren sollte man die Biber. „Sie haben ja auch keine natürlichen Feinde mehr“, erklärt Ganser.

Besonders ärgert die Waldbauern, dass der Biber eine mächtige Eiche, die direkt an der Lohe steht, angenagt hat. Den forstwirtschaftlichen Wert des rund 150 Jahre alten Baumes schätzen sie auf gut 2000 Euro. Da Eichen sehr hartes Holz haben, bearbeitet das Nagetier ihn bereits seit mehreren Wochen. Noch hat es den rund 120 Zentimeter dicken Stamm nicht gekappt. Sollte er aber umfallen, stürzt er in den Wassergraben. Genau das ist der Plan des hungrigen Bibers, der es auf die dünnen Zweige und die Rinde der Baumkrone abgesehen hat. Im Wasser kann er die Zweige, die er auch als Baumaterial einsetzt, leichter transportieren als an Land. Für Ganser und Meierbeck wäre das Holz dann allerdings verloren. Sie müssen den Baum also vor dem Biber fällen. Damit wollen sie allerdings noch ein paar Tage warten. „Sonst greift sich der Biber gleich den nächsten Stamm.“

Andreas Naumann vom städtischen Forstamt kann den Unmut der beiden Waldbauern nur teilweise verstehen. „Wenn es einen Schaden gibt, wird er ersetzt“, stellt er klar. Ein Bibergeschädigter müsse sich lediglich an das Umweltamt wenden. Der Schaden werde dann geschätzt und ausbezahlt. Zumindest, wenn er über der Bagatellgrenze von 50 Euro liegt. Die mächtige Eiche wäre vielleicht zu retten gewesen, befindet der Förster weiter. Wird ein Stamm gleich nach dem ersten Biberbiss durch ein Drahtgitter geschützt, sucht sich der Nager einen anderen Baum, auf den die Waldbauern vielleicht leichter verzichten können. Dafür ist es mittlerweile zu spät, der Biber war in den vergangenen Wochen zu fleißig.

 


Von Johannes Hauser

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