Die Polizei kann sich dazuschalten, etwa bei Fahndungen. De Maizère findet das neue System "vorbildlich".

Kaum war der CDU-Politiker wieder weg, gab OB Christian Lösel bekannt: "Wir werden in den nächsten Monaten weitere fünf INVG-Haltestellen und den Viktualienmarkt mit dem kamerabasierten Sicherheitssystem ausstatten." Einen Tag später legte die CSU-Stadtratsfraktion nach. Sie fordert die "Prüfung eines kamerabasierten Sicherheitssystems auf der Ringstraße, den Ausfallstraßen und den Tangentialen".

Seit April ist das erweiterte Videoüberwachungssystem in Betrieb. Schon vorher konnten die Disponenten der INVG in ihrer Tag und Nacht besetzten Leitstelle hoch über dem Nordbahnhof über Kameras Haltestellen und Verkehrsschwerpunkte beobachten. Das neue System ermöglicht es der Polizei, die Livebilder in die Inspektion zu übertragen und - wenn nötig - Details heranzuzoomen; die INVG darf das nicht (strenger Datenschutz), sie hat auch nicht die technische Möglichkeit dazu. Das Besondere an dem Verfahren ist die gemeinsame Nutzung der Kameras für die Verkehrs- und Haltestellenbeobachtung und zugleich für die Überwachung (ausgewählten) öffentlichen Raums im Dienste der Sicherheit.

Polizeipräsident Günther Gietl beurteilt die Kooperation schon nach fünf Monaten "sehr positiv". Er verweist auf mehrere Ermittlungserfolge bei verschiedenen Delikten. Robert Frank, der INVG-Geschäftsführer, betont in einer Mitteilung: "Das kamerabasierte Sicherheitssystem, die Videoüberwachung in den Bussen und der punktuelle Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten ergänzen sich hervorragend."

Die CSU-Fraktion stimmt da gerne mit ein. "Es hat sich nicht nur alles bestätigt, was wir uns als Stadträte erhofft hatten. Ehrlicherweise waren wir über die Deutlichkeit der Erfolge selbst überrascht", schreibt Robert Schidlmeier, der sicherheitspolitische Sprecher, in einer Mitteilung. Er erinnert daran, dass der Stadtrat alle Beschlüsse zur Überwachung einstimmig gefasst habe.

Die CSU ist der Ansicht: Mehr Kameras würden die Sicherheit der Bürger optimieren. Kreisvorsitzender Hans Süßbauer erklärt: "Straftäter müssen zur Tatvorbereitung, Tatausführung und gegebenenfalls zur Tatnachbereitung die großen Straßen nutzen. Hier können wir ansetzen!" An einigen Strecken seien bereits Kameras installiert. "Es geht nun darum, das System an weiteren neuralgischen Punkten zu ergänzen."

Die Kameras sollen der CSU zufolge alle Bilder in einem Datencontainer speichern. Dort bleiben sie ein bis zwei Wochen und werden dann automatisch gelöscht, "ohne dass sie jemand zu sehen bekommen hat". Im Fall einer Straftat könne die Polizei jedoch darauf zugreifen und die Daten auswerten. "Dies erleichtert die Strafverfolgung enorm!"