Mehrere Mitglieder der mutmaßlichen Bande waren während des Prozesses vor Gericht erschienen. Unter anderem auch der Schmuggler, der in einem Autotank rund sechs Kilogramm Marihuana aus Albanien nach Deutschland gebracht hatte und auf der A8 bei Rosenheim von der Polizei gefasst worden war.

Wie alle anderen wichtigen Zeugen verweigerte allerdings auch der Drogenkurier die Aussage vor Gericht und so konnte nicht geklärt werden, ob der Pfaffenhofener tatsächlich einer der Abnehmer der Drogen gewesen wäre. Davon war die Anklage ausgegangen – zu beweisen war es nicht. Schon nach dem dritten Verhandlungstag Anfang Februar war der Pfaffenhofener deswegen aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Am Freitag folgte nun erwartungsgemäß der Freispruch. „Das mag einem gefallen oder nicht, aber so sind die Regeln in unserem Rechtsstaat“, erklärte Staatsanwalt Jürgen Staudt. Auch er hatte auf Freispruch plädiert, obwohl klar sei, dass etliche Zeugen „bewusst falsch, widersprüchlich oder gar nicht“ ausgesagt hätten. „Die Verdachtsmomente waren so nicht zu erhärten.“

Dieser Argumentation folgte auch der Vorsitzende Richter Paul Weingartner. Für die acht Monate, die der Pfaffenhofener in Untersuchungshaft verbracht hatte, wurde ihm eine Entschädigung zugesagt, auf die der nach Rücksprache mit seinem Anwalt Sascha Prosotowitz allerdings verzichtete. Für den Pfaffenhofener wird es nicht die letzte juristische Auseinandersetzung sein. Er will gegen die Kündigung vorgehen, die ihm sein Arbeitgeber während der Haft ausgesprochen hat.