Ingolstadt: Pioniertruppe zieht alle Register
Auf dem Schwimmsteg über die Donau: Auch das dürfte es bei den publikumswirksamen Vorführungen am Aktionstag geben.
Ingolstadt

Seit Aussetzung der Wehrpflicht müssen sich Heer, Luftwaffe und Marine ihren Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkt beschaffen. Wer mit Industrie, Handwerk, Dienstleistungssektor und öffentlichen Verwaltungen im Wettbewerb um frische Kräfte steht, darf sich nicht hinter Kasernenzäunen verstecken und sich allein auf die Werbewirksamkeit von Internetseiten und Prospektmaterial verlassen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre Personalplaner hatten deshalb vor drei Jahren einen jährlichen Tag der Bundeswehr ins Leben gerufen, der an wechselnden Schauplätzen Publikum anziehen soll. In der Region wurde seinerzeit ein Anfang bei der WTD 61 in Manching gemacht, auch das Taktische Luftgeschwader in Neuburg war schon an der Reihe. Nun also sollen die Ingolstädter Pionierschule (offiziell: Ausbildungszentrum Pioniere), die hiesigen Gebirgspioniere und einige Spezialisten der Kampfunterstützungstruppe zeigen, was bei ihnen technisch und laufbahnmäßig möglich ist.

Die Kaserne "Auf der Schanz" an der Manchinger Straße und das unweit davon gelegene Übungsgelände an der Donau sollen am 9. Juni von 9 bis 17 Uhr Interessierte aus dem weiteren Ingolstädter Umland anlocken. Die Organisatoren rechnen mit 15 000 bis 20 000 Besuchern - was die Sache natürlich zu einer logistischen und verkehrstechnischen Herausforderung macht. Rund um den Autobahnanschluss Ingolstadt-Süd wird also ein ähnlicher Trubel zu erwarten sein wie sonst bei den Topspielen im Audi-Sportpark.

Die Pioniertruppe gehört zu jenen Streitkräfteteilen, die besonders vielseitiges und auch durchaus großes Gerät vorzeigen können. Vom Minibagger bis zum Bergepanzer, von der einfachen Infanteriebewaffnung bis zu vielfältigen Sperr- und Sprengmitteln ist alles Mögliche in den Garagen und Magazinen, das bei Vorführungen auch etwas hermacht.

Hauptmann Fabian Rasch ist an der Pionierschule mit der Organisation des großen Publikumstages beauftragt worden. Er steckt, auch wenn der Termin noch einige Monate entfernt liegt, bereits mitten in den Vorbereitungen. In einem Radius von 50 Kilometern um Ingolstadt will er die Werbetrommel für die Großveranstaltung rühren - in der Praxis dürfte das Einzugsgebiet für die Truppenschau aber durchaus weiter reichen.

Schließlich sind an diesem zweiten Samstag im Juni im gesamten Freistaat nur zwei weitere Standorte vom Tag der Bundeswehr berührt: Murnau am Staffelsee (Führungsunterstützungsbataillon 293) und Feldkirchen in Niederbayern (Streitkräftebasis/Sanitätslehrregiment). In Franken ist keine vergleichbare Veranstaltung geboten, so dass vereinzelt sicher auch aus dem nördlichen Bayern Interesse an der Bundeswehrpräsentation in Ingolstadt bestehen könnte.

Organisator Rasch verspricht den Besuchern einen besonders facettenreichen Einblick in die Aufgaben der Pioniere, die vom Feldlager- und Straßenbau bis zur Gefechtsunterstützung eine einzigartig breite Palette an Aufgaben zu bewältigen haben. Flussübergänge mit Schwimmbrücken und Taucheinsätze sind weitere Aufgaben, die von den Spezialisten dieser Truppe geleistet werden. Im Ingolstädter Ausbildungszentrum ist diese Expertise konzentriert vorhanden, und wo nötig, werden aus auswärtigen Pioniereinheiten besonderes Gerät und Fachleute für den Besuchertag zur Verfügung gestellt. Dass auch das ebenfalls in der Kaserne "Auf der Schanz" stationierte Gebirgspionierbataillon 8 Unterstützung leisten wird, ist selbstverständlich.

Hauptmann Rasch und sein Organisationsteam planen für den 9. Juni eine Mischung aus statischer und dynamischer Präsentation von Großgerät und Fahrzeugen. Auf dem Kasernengelände sollen die gebräuchlichsten Muster exemplarisch ausgestellt sein, auf dem nahen Übungsgelände (Land und Wasser) sollen vor allem die Gefechtsfahrzeuge (Panzer und gepanzerte Mannschafswagen) dann auch in "Action" zu sehen sein. Unter Aufsicht soll Besuchern auch Mitfahrgelegenheit in einigen Fahrzeugen geboten werden. Außerdem ist vorgesehen, dass die Gäste auf einer Schnellbrücke (Amphibie oder Schwimmsteg) die Donau überqueren können - natürlich abgesichert durch erfahrene Soldaten.

Die Streitkräfte sind gerade erst dabei, die Detailplanung für die am Aktionstag beteiligten Standorte voranzutreiben. Wer sich eingehender (auch über die anderen Angebote) informieren möchte, kann das ab der kommenden Woche unter der Netzadresse www.tag-der-bundeswehr tun. Dann sollen auf diesem Portal eingehendere Angaben zu den Programmpunkten verfügbar sein.