Als solchen, der auch noch "scharf an der Debilität entlangschrammen" soll, hat der Interimsgeschäftsführer des Klinikums, Alexander Zugsbradl, in einem Twitter-Tweet den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer bezeichnet (DK berichtete).

Träger des Ingolstädter Klinikums ist der Krankenhauszweckverband, dem die Stadt Ingolstadt mit 76,6 Prozent und der Bezirk Oberbayern mit 23,40 Prozent angehören. Wie wird der Ministerpräsident, also quasi oberster Dienstherr Zugsbradls in dessen derzeitiger Funktion, auf den beleidigenden Tweet des Interimsgeschäftsführers reagieren? Jürgen Fischer, der Büroleiter des Ministerpräsidenten, meinte gestern auf Nachfrage: "Wir äußern uns zu solchen Dingen grundsätzlich nicht."

In Ingolstadt schlug der Internetbeitrag Zugsbradls hohe Wellen. Vor allem, nachdem er jetzt in einer Facebook-Gruppe kontrovers diskutiert worden war. Mittlerweile wurde der Twitter-Account Zugsbradls gelöscht.

"Ich bin über die Äußerung entsetzt. Wenn in meiner Firma so ein Satz gefallen wäre, dann wäre der betroffene Mitarbeiter keine 24 Stunden mehr im Unternehmen gewesen", sagte Bürgermeister Sepp Mißlbeck, der auch dem Krankenhauszweckverband angehört, gestern dem DK. Am heutigen Mittwoch beraten Aufsichtsrat und Zweckverband über mögliche dienstvertragliche Konsequenzen der Internet-Entgleisung Zugsbradls. Dieser war auch gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.