Ingolstadt: OB freut sich auf "Wurmfortsatz"
Der Wasserspielplatz Donauwurm ist im Sommer ein beliebtes Anlaufziel für Familien mit Kindern. Er wurde nun ausgezeichnet und wird erweitert. Valentin und Leonora dürfte das freuen. - Foto: Hauser
Ingolstadt

So pompös und spektakulär wie bei der Oscarverleihung sei es am vergangenen Freitag auf der Internationalen Fachmesse für Freiraum, Sport- und Bäderanlagen in Köln nicht ganz zugegangen, erzählt Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle. Aber fast! Die städtischen Vertreter haben bei der Bekanntgabe der Preisträger des Deutschen Spielraum-Preises bis zum Ende mitgefiebert. Der Ingolstädter Wasserspielplatz Donauwurm blieb bis zur letzten Runde im Rennen und erreichte einen der drei ersten Plätze. "Ich freue mich wahnsinnig über die Auszeichnung", sagte OB Christian Lösel gestern vor der Presse. Die Anlage sei nicht nur den Nutzern, sondern auch den Bauherren ans Herz gewachsen. Mit der Auszeichnung erhält die Stadt ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro.

Seinen Namen erhielt der Donauwurm wegen seiner Form, denn er schlängelt sich am Baggerseeufer entlang wie die Donau durch die Stadt. Der geschwungene Holzsteg führt in einer Steilkurve auf den See hinaus und zurück ans Ufer. Auf dem Rücken hat der Donauwurm zwei Pumpen, mit denen sich Wasser aus dem See in hohem Bogen verspritzen lässt. Eine Reihe von Bojen grenzt den Nichtschwimmer-Teil vom tieferen Gewässer ab. Die Idee stammte aus der von OB Lösel initiierten Bürgerbeteiligung; im Sommer 2014 wurde der erste Teil der Anlage fertiggestellt.

In der Laudatio zur Preisvergabe wurde die Anlage als bestens in die Landschaft integriert bezeichnet, da sie mutig ins Wasser hineinrage. Nicht nur von den Spielraum-Preis-Juroren wurde der Wasserspielplatz hervorragend angenommen. "Im Sommer stapeln sich die Familien am Donauwurm", berichtet Lösel. "Bei der jungen Bevölkerung erfreut sich der Spielplatz großer Beliebtheit, wie ich aus eigener Erfahrung als Familienvater weiß."

Den Preis und Erfolg der Attraktion will die Stadt zum Anlass nehmen, die bereits geplante Erweiterung anzupacken. Von Anfang an sei der Donauwurm ein größeres Konzept gewesen, berichtet Lösel. "Jetzt möchten wir den Ausbau des Spielplatzes weiter vorantreiben." Mittlerweile sei das Ende des Wurms geplant, sozusagen ein "Wurmfortsatz", bemerkt er schmunzelnd. "Im Jahr 2018 kann die Stadt in die Planungen einsteigen, sodass wir den Ausbau voraussichtlich Anfang 2019 fertigstellen können." Der Spielplatz liege sehr günstig, da sich in der Nähe Fischerheim und Minigolfanlage sowie Parkplätze befinden. In der weiteren Entwicklung wolle man noch mehr Eltern und Kindern die Möglichkeit geben, den Spielplatz zu nutzen, so Lösel.

Auf der Fachmesse in Köln, auf der der Spielraum-Preis verliehen wurde, haben sich die Vertreter der Stadt auch die anderen Mitbewerber angesehen, erzählt Gartenamtschef Ulrich Linder. "Für Anlagen in anderen Städten wurden teilweise Millionenbeträge ausgegeben." Der Donauwurm sei deutlich günstiger gewesen und könne durchaus mit diesen Themenspielplätzen mithalten. Bisher hat der Wurm 395 000 Euro verschlungen. Für die Erweiterung seien netto 58 000 Euro veranschlagt. "Die 3000 Euro Preisgeld", sagt Linder mit einem Lächeln im Gesicht, "sind der Grundstein dafür."