Ingolstadt: Neuer Schwung für eine alte Idee
Alle fürs City-Ticket: Maximilian Schubert (Küchenmamsell, rechts) und (im Anschluss von rechts) die Geschäftsfrauen Nicole Hanisch (N 3), Luzie Heinrich (Optik Heinrich), Beate Bonk (Bonk Mode), Bibiana Haferkamp (Stoffreich) sowie Thomas Deiser und Judith Gebhart de Ginsberg (beide IN-City). - Foto: Schmatloch
Ingolstadt

Von den kleinen Fitzelchen, die zu D-Mark-Zeiten bereits an den Parkscheinautomaten prangten, über das Drei-Euro-Ticket, das vor etwa drei Jahren das Licht der Welt erblickte, bis zum City-Ticket, der aktuellen Variante, mit der sich Innenstadthändler an den Park- oder Busgebühren ihrer Kunden beteiligen können. Die Idee ist so gut wie sie alt ist, die Resonanz der Gewerbetreibenden indes noch immer überschaubar. Nicht zuletzt deswegen hat Nicole Hanisch von der Boutique N 3 an der Milchstraße jetzt die Initiative ergriffen und nahezu alle Geschäftsinhaber der Milchstraße vom Wert dieses City-Tickets überzeugt. Und dieser Wert ist die Kundenbindung, die Idee hinter der Idee sozusagen.

"Das Drei-Euro-Ticket war einfach zu teuer", sagte IN-City-Chef Thomas Deiser bei der Vorstellung der Milchstraßen-Initiative. Und schiebt etwas doppeldeutig nach: "Er wurde gut angenommen, aber nicht so, wie wir uns das vorstellen." Das City-Ticket hingegen sei für die teilnehmenden Geschäfte deutlich billiger und gewähre dem Kunden einen Vorteil von zwei Euro bei einem Einkauf. Als Grenze für die Ausgabe dieses Zuckerls nennt Deiser 20 bis 30 Euro Einkaufswert. Der Schein werde sowohl bei den Parkautomaten der IFG angenommen als auch bei den Busfahrern der INVG. Eine Busfahrt in der Zone 100 sei damit kostenlos. Und bei mehreren Einkäufen und somit mehreren City-Tickets könne der Kunde auch die gesamten Parkkosten herausholen.

Deiser freute sich besonders darüber, dass dieses Mal nicht die Empfehlung und die Aquise der teilnehmenden Geschäfte von oben nach unten - also von IN-City - kam, sondern dass eine einzelne Inhaberin für den Schein auf Werbetour gegangen ist. Er hofft nun auf eine Art Initialzündung. Und die könnte die Idee des City-Tickets auch gut vertragen. Denn noch immer sind es nur rund 50 von insgesamt 200 IN-City-Mitgliedern, die sich an dieser Rabattaktion beteiligen. Und Deiser weiß längst: "Das Ganze kann nur funktionieren, wenn auch eine Flächendeckung erreicht wird."

Aber noch hat das City-Ticket das, was schon der Drei-Euro-Schein hatte: Es wird gut angenommen, aber nicht so, "wie wir uns das vorstellen". Denn die erhoffte Flächendeckung ist einzig in der Milchstraße gegeben. Und dass man auch bei Zahnärzten beispielsweise so ein Ticket bekommen kann - als Trost sozusagen für den gezogenen Weisheitszahn -, das macht die noch überschaubare Zahl der teilnehmenden Innenstadtgeschäfte nicht wett.