Ingolstadt: Verhaltene Zustimmung   aber nichts Verbindliches
Der Auwald zwischen Ingolstadt und Neuburg ist ein Naturraum, den Umweltfreunde gerne besonders geschützt sähen. - Foto: Hammer
Ingolstadt

Wie über die Monate mehrfach berichtet, hat sich zu diesem Thema in den Gebietskörperschaften im fraglichen Donauraum zwischen Donauwörth und Kelheim ein bunter Fleckerlteppich an Meinungen herausgebildet. Das Spektrum reicht von verhaltener Zustimmung über relatives Desinteresse bis zu ziemlich klarer Ablehnung. In Ingolstadt ist Umweltreferent Ebner, ein Grüner, glühender Verfechter des Gedankens, den Auwald, der sich insbesondere zwischen der Stadt und Neuburg üppig erstreckt, unter dem Schutzmantel eines Nationalparks zu einem neuen Urwald werden zu lassen.

Die Stadtspitze um OB Christian Lösel (CSU) hat diese Linie bislang mitgetragen. In dem Beschlussvorschlag, der den Stadträten morgen vorliegt, ist recht unbestimmt davon die Rede, dass die Stadt die Initiative der Staatsregierung zu einem dritten Nationalpark in Bayern "interessiert zur Kenntnis" nimmt und "die Erarbeitung einer Potenzialstudie begrüßt". Außerdem, so heißt es in dem Papier, werde ein "ergebnisoffener Dialog zwischen allen Projektbeteiligten und Betroffenen" befürwortet - dies offenbar als Signal an die Kritiker, die sich insbesondere auch unter heimischen Landwirten formiert haben.

Eine verbindliche Stellungnahme zu einem Nationalpark Donauauen werde erst "nach Vorlage aller relevanten Informationen erfolgen", heißt es ausdrücklich. SPD, Grüne und ÖDP haben in einem Antrag zur morgigen Sitzung Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung zum Thema und von der Verwaltung die Ausarbeitung eines Kataloges gefordert, in dem der öffentliche Mehrwert eines Nationalparks in der Region aufgelistet werden sollte. Die Bürgergemeinschaft fordert in einem Ergänzungsantrag sogar die Erstellung eines Gutachtens, in dem sämtliche Aspekte - auch mögliche städtebauliche und infrastrukturelle Einschränkungen durch ein Schutzgebiet - herausgearbeitet werden sollten.

Referent Ebner hält Letzteres allerdings zum jetzigen Zeitpunkt für eine "Verschwendung von Steuergeldern", wie er dem DK jetzt sagte. Bei aller eigenen Sympathie für die Idee eines Nationalparks rät er dazu, erst einmal die für den kommenden Monat angekündigte Vorentscheidung der Staatsregierung zu diesem Komplex abzuwarten. Wenn die Donauauen dann immer noch im Rennen seien, so Ebner, sei noch genug Zeit für konkretere Untersuchungen oder auch Bürgerversammlungen.