Ingolstadt: Lukullisches aus Europa und Nordamerika
Es ist angerichtet: Die Familien der zu MILENG abgeordneten Militärs aus 17 Nato-Staaten sind stets stark engagiert, wenn es um die landestypischen Angebote am großen Büfett geht. - Fotos: Heimerl
Ingolstadt

Insofern setzt der International Day, der stets im Herbst an der Ingolstädter Nato-Einrichtung MILENG (steht für Military Engineering, englischer Fachbegriff für das militärische Pionierwesen) begangen wird, mit seinem großen Büfett immer einen grundsoliden Rahmen für gute Gespräche. Und die können sich ruhig auch mal um Themen drehen, die nicht unmittelbar mit dem Kriegshandwerk zu tun haben.

Am Montagabend war es wieder mal so weit: Oberst Niels Janeke (Foto links), Kommandeur des kleinen, aber wichtigen Nato-Stützpunktes in der Kaserne Auf der Schanz, konnte im großen Unterrichtssaal der Pionierschule gut 200 geladene Gäste begrüßen - und das bereits zum fünften Mal. Ein gewisser Beförderungsstau bei der Bundeswehr bringt es mit sich, dass der MILENG-Chef schon etwas länger auf diesem Posten verharrt als bei Antritt der Kommandeursstelle angenommen. Die Gäste möchten sich bitte nicht langweilen, wenn er nun schon wieder die Honneurs übernehmen müsse, meinte der Stabsoffizier launig in seiner kleinen Ansprache.

Gelangweilt wirkten die Besucher aber keinesfalls. Wie bei kaum einem anderen regionalen Anlass im Jahreskreis treffen sich hier Vertreter des sogenannten militärisch-industriellen Komplexes (der ist im Raum Ingolstadt/Manching nicht eben klein) mit solchen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Ranghöchster militärischer Repräsentant war Brigadegeneral Lutz Niemann als Kommandeur der Pionierschule (offiziell: Ausbildungszentrum Pioniere), herausragender politischer Akteur der CSU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl, als Mitglied des Verteidigungsausschusses ja häufig bei militärischen Anlässen präsent.

Da gibt es Themen in Hülle und Fülle, und da und dort werden durchaus auch mal ein paar ganz private Ansichten zu aktuellen Themen ausgetauscht. Etliche Gäste hatten auch wieder ihre Gattinnen oder Partnerinnen mitgebracht. Das bringt beim International Day stets auch etwas mehr Farbe in die doch noch stark männerlastige Militärwelt - auch wenn einige Galauniformen der Herren durchaus etwas bunter geraten sind.

Die Familien der bei MILENG vertretenen 17 Nato-Staaten (das sind nicht alle, aber doch die Mehrzahl der Bündnispartner) hatten sich auch diesmal wieder große Mühe gegeben, die Gäste mit jeweils landestypischen Speisen und Getränken zu verwöhnen. Bei Blasmusik von der Bühne und unter den Projektionen von bekannten und auch mal weniger bekannten Fotomotiven aus den Mitgliedsstaaten wurden die Teller mitunter auch mehrmals aufgefüllt. So bunt gemischt dürfte in Ingolstadt kaum ein anderes Büfett sein.