Kritik an geplantem Hotel- und Kongresszentrum
Ingolstadt (dk) Das geplante Hotel- und Kongresszentrum auf dem alten Gießereigelände hat im Stadtrat wieder für viel Diskussionsstoff gesorgt. Auf der Tagesordnung stand die Aufstellung eines Bebauungsplans. Einige Fraktionen störten sich am Entwurf des Kongresszentrums. Die Grünen kritisierten die fehlenden Alternativen. Bei acht Gegenstimmen wurde die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen. Weiter bleibt es bei einem beschleunigten Verfahren.
Keine Freude an der modernen Achitektur des Hotel- und Kongresszentrums hatte Grünen-Fraktionschefin Petra Kleine. Vor allem die Höhe war ihr ein Dorn im Auge. Kleine bemängelte, dass gegenüber der ehemaligen Gebäude von Schubert und Salzer nun deutlich höher gebaut werde. "Von Süden und Westen sind die Baumassen einfach nicht verträglich", argumentierte Kleine. Ein bis zwei Stockwerke weniger, das wäre für die Grünenpolitikerin ein Kompromiss, um die "Höhe verträglicher zu gestalten". Kleine hätte sich noch mehr Alternativen gewünscht, wie die Baukörper anders angeordnent werden können.
Auch Jürgen Siebicke von den Linken konnte sich nicht mit den vorgestellten Plänen anfreunden. Er verglich den Entwurf mit dem ehemaligen "Palast der Republik" in Berlin. Er wolle nicht, dass das Kongresszentrum in Ingolstadt "als Lehmanns Lampenladen" tituliert werde. Der Linkenpolitiker lehnte den Entwurf ab und stimmte auch gegen die Aufstellung des Bebauungsplans.
Grünen-Fraktionchefin Petra Kleine interessierte sich auch für die Stellungnahme des Denkmalamtes. Wie Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle sagte, sind bis vor kurzem keine massiven Bedenken geäußert worden. Doch gestern habe sie eine E-Mail erhalten, in der das Denkmalamt nun doch Zweifel anmeldet. Eine Rücksprache mit dem Denkmalamt sei bis zur Stadtratssitzung nicht mehr möglich gewesen, sagte Preßlein-Lehle. Jedoch befinde sich das Verfahren des Bebauungsplans noch im Anfangsstadium. Die Träger der öffentlichen Belange, zu denen auch das Denkmalamt gehört, müssten noch gehört werden.
Sollte die Aufstellung des Bebauungsplan jetzt abgeleht werden, werde auch in den nächsten Jahren nichts passieren, prophezeite Herbert Lorenz. "Damit wird eine große Chance vertan." OB Alfred Lehmann drängte ebenso aufs Tempo. "Dass wir jetzt das Verfahren stoppen, halte ich für ein Waterloo." Der Oberbürgermeister wünschte sich endlich Planungssicherheit. Nur so könne im März mit dem Bau der Tiefgarage begonnen werden.
"Wir müssen ein verlässlicher Partner sein", forderte Lehmann von seinen Stadtratskollegen. Das bestätigte Herbert Lorenz. Planungssicherheit sei in erster Linie für den Investor wichtig, Zudem hänge an dem Kongresszentrum nicht nur die Tiefgarage, sondern auch die Audi-Akademie. "Auch dafür brauchen wir Planungssicherheit", sagte Lorenz. Dieser Auffassung folgte auch die Mehrheit des Stadrates und stimmte der Aufstellung eines Bebauungsplanes zu.
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