Doch darauf war der 40-Jährige schon eingestellt. Weil er eben bei sieben Vorverurteilungen reichlich gerichtserfahren ist, und zudem gerade in dieser Angelegenheit „ein Wiederholungstäter“ (Bösl).

Mehrere Male hat der gelernte Maurer und spätere Transportunternehmer aus der Nähe von Pfaffenhofen seine Firmen zusammenbrechen sehen. Er ist mehrfach wegen vorsätzlicher Insolvenzverschleppung verurteilt und sitzt gerade in Landsberg eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und zwei Monaten ab. Die hat er im Oktober 2009 angetreten und im Monat davor „ein sehr dreistes Vorgehen“ gezeigt, wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft sagte. Das Konto seiner bereits überschuldeten Tiefbaufirma erleichterte der Angeklagte, wie er gestern gestand, noch um gut 425 000 Euro. Gläubiger aber sahen davon nur knapp 170 000. Den Rest steckte der 40-Jährige in die eigene Tasche und führte somit noch schnell den Bankrott herbei, ehe er ins Gefängnis einwanderte.

„Wir haben da nur noch Kies aus der Grube verkauft“, sagte er über die Tiefbaufirma. Denn sein eigentlicher Hauptbetrieb, eine Transport-GmbH im Kreis Pfaffenhofen, war schon seit August 2008 zahlungsunfähig, stellten die Ermittler später fest. Mit einem Scheinverkauf versuchten der 40-Jährige und sein 75-jähriger Vater, der als eigentlicher Geschäftsführer eingetragen war, alles zu verschleiern. Sie spannten einen einfachen Mitarbeiter, 39, ein. Er sollte den Pleitebetrieb übernehmen, mit neuem Firmensitz und Geschäftsführer hätten die Gläubiger wohl das Nachsehen gehabt. Angeblich waren dem Hilfsarbeiter 5000 Euro versprochen. Doch das Geld sah er nie – dafür jede Menge Probleme. „Er wusste überhaupt nicht, wie mit ihm gespielt wurde“, sagte sein Anwalt Christoph Grizmek. „Er war Täter und Opfer“, sagte auch Richter Bösl. Denn auch bei diesem Betrieb wurde über fast ein Jahr die Insolvenz verschleppt.

Der Aushilfsgeschäftsführer kam gestern am Amtsgericht mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 30 Euro, also 2400 Euro davon. Der Seniorchef des Betriebs erhielt auf seine alten Tage noch eine Bewährungsstrafe von acht Monaten und muss 900 Euro als Geldauflage zahlen. „Er war nicht die treibende Kraft“, sagte sogar der Ankläger. „Er wollte er seinem Sohn helfen.“ Nur gebracht hat das alles gar nichts.