Konrad Ettl kam auf die Idee mit der Heilig-Geist-Krippe.
Konrad Ettl kam auf die Idee mit der Heilig-Geist-Krippe.
CSU
Ingolstadt
Das ist dann zumindest ein kleiner Trost. Ein Beispiel lieferte jetzt Konrad Ettl, Vizevorsitzender der CSU-Fraktion und Sozialexperte seiner Partei. Er kommt von Amts wegen öfter in das Heilig-Geist-Spital an der Fechtgasse – und muss dort betrübt feststellen, dass in dem Altenheim einige Zimmer leerstehen. Und es werden mehr – aber nicht etwa, weil es weniger Senioren gibt, die in der Einrichtung mit anerkannt gutem Ruf leben möchten. Nein. „Es liegt am Personalmangel“, sagt Ettl. „Die finden nicht genug Fachkräfte, deshalb müssen sie Zimmer stilllegen.“ Die Hausmeisterwohnung ist auch nicht mehr bewohnt. Angesichts der freien Räume kam Ettl die Idee: eine Kinderkrippe!

 

Mitten im Altenheim! Das wäre doch was. Keine große natürlich. Zehn bis zwölf Kinder vom Säuglingsalter bis zum dritten Lebensjahr und zwei Erzieherinnen könnten in dem Leerstand nach einem kleinen Umbau eine großzügige Tagesstätte bekommen, dachte sich der CSU-Stadtrat sofort; er hat schon viele Krippen und Kindergärten besichtigt. Drei Räume auf zusammen rund 100 Quadratmetern. „Das würde hervorragend passen“, sagt Ettl. „Das findet auch die Heimleiterin Daniela Blaschke.“ Und Maro Karmann, der Leiter des Amts für Kinderbetreuung. Ihm hat Ettl seinen Vorschlag ebenfalls gleich angetragen. „Er lässt das gerade prüfen.“

Eine kleine Krippe in dem Altenheim hat für Ettl nur Vorteile. Allem voran: „Wir müssen nichts bauen!“ Schon gar nicht auf einer grünen Wiese, „wo sich Nachbarn über Neubauten beklagen“. Die Heilig-Geist-Kita läge auch an keiner vielbefahrenen Straße. Die ersten drei Argumente lassen leicht erahnen: Die heftigen Auseinandersetzungen um die neue Kita an der Krumenauer Straße stecken Ettl noch in den Knochen. Und weiter: „Die Kita wäre mitten in der Stadt. Sie hätte eine große positive Wirkung auf das Heilig-Geist-Spital, auch finanziell.“ Vielleicht kämen sogar mehr neue Fachkräfte ins Haus, wenn Pflegerinnen direkt an ihrem Arbeitsplatz eine Krippe für ihre Kinder hätten. Ettl: „Das wäre für die Mitarbeitergewinnung das Allerhöchste!“

Und vor allem: „Dieses Generationenübergreifende, wenn alte Menschen im selben Haus kleinen Kindern begegnen und auch wieder ein Baby erleben – das stelle ich mir wunderschön vor.“ So eine Krippe gebe es in Bayern übrigens noch nicht, das hat er im Internet recherchiert.